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Liebe Frau Sylvia Neid,

nein, nicht aufhören, nicht zweifeln. Sie machen einen guten Job und wenn Figuren wie Vater Prinz Kritik an Ihnen üben, dann tut er das nur deswegen weil seine Birgt – zu Recht wie ich meine – auf der Bank saß. Seine Tochter wäre gut beraten, wenn sie ihm hier seine Grenzen aufzeigen würde. Wenn ich ehrlich bin hätte ich Frau Prinz noch nicht mal in den Kader nominiert. Der gute Vater Prinz quasselt damit er gequasselt hat, das kann man ebenso wenig ernst nehmen wie all die anderen Stimmen, die aus irgendwelchen Erdlöchern nun kritisch heraus klingen.

War schon logisch, dass nun Schuldige für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Turnier gesucht werden, aber wenn Schuldige, dann alle aus Ihrem Team: Sie, Ihre Cos, Ihre Spielerinnen, die Ball- und Wasserträgerinnen. Da kann man niemanden ausnehmen. Vor allem die Oberschuldigen an diesem Dilemma waren ihre Gegnerinnen, die wie auch immer ihr Tor zugehext hatten.

Nehmen Sie Abstand voneinander, machen Sie Urlaub. Abschalten, nichts tun, vor allem aber wenn möglich keine voreiligen Entscheidungen treffen. Bleiben Sie Trainerin, auch wenn Sie niemandem etwas beweisen müssen, schon gar nicht den Erdlochkritikern, die genauso schnell wieder in ihren Erdlöchern versschwunden sind wie sie hervor gekommen waren.

Diese Niederlage kam überraschend, traf die Mannschaft, traf Sie. Wir, die Zuschauer haben mitgelitten, waren ebenso wie Sie alle enttäuscht. Aber glauben Sie mir, wir kommen damit klar, sehen das sehr viel gelassener und finden uns rasch damit ab. Die Kunst ist auch in der Niederlage sich von seiner Mannschaft nicht abzuwenden. Natürlich muss man dieses verlorengegangene Spiel auch kritisch betrachten, aber gesunde Kritik ist immer hilfreich und konstruktiv und man kann mit ihr leben.

Lassen Sie sich nicht durch diese Erdlochkritiker erschrecken, treffen Sie keine voreiligen Entscheidungen, sondern, Frau Neid, bleiben Sie das, was Sie sind: Bundestrainerin.

 

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8 Kommentare zu „Liebe Frau Sylvia Neid,“

  • Jürgen says:

    Bitte treten Sie, liebe Frau Neid, zurück vom DFB Trainerposten!

  • Gitta says:

    Zum Glück hat sie das nicht getan!

  • Martin Pierick says:

    Zurücktreten, wenn man vorzeitig gegen hervorragende Konkurrenz ausscheidet? Oder weil man eine Spielerin mit momentanem Leistungseinbruch nicht aufstellt? Der einzige Fehler: sie und die Spielerinnen haben sich zu sehr in die Favoritenrolle drängen lassen.
    Zu Birgit Prinz: jedem passiert es einmal, daß man emotional überfordert ist und sich wie ein kleines Kind aufführt. Für schlechtes Benehmen kann man sich aber entschuldigen.

  • Gitta says:

    Warum schreit alle Welt dann immer gleich nach „Rücktritt“? Oder sind alle anderen frei von Fehlern? Sofern Frau Neid überhaupt einen gemacht hat, denn ich denke, dass die Japanerinnen bei dieser WM einfach nicht mehr zu schlagen sind. Das werden wir ja morgen sehen. Aber grundsätzlich ist dieses Rufen nach Rücktritt von egal wem das absolut allerletzte.
    Ich hätte ob der schlechten Leistungen im Vorfeld Birgit Prinz noch nicht mal in den Kader nominiert. Dass Frau Neid das getan hat war aller Ehren wert und ich schätze mal, dass sie diese mindestens im Endspiel eingewechselt hätte aus Achtung vor ihren Leistungen insgesamt. Aber die Zeit der Birgit Prinz war schon vor der WM vorbei, da sollt man die rosarote Brille abnehmen.

  • Jürgen says:

    Ja, vom Posten zurücktreten, weil Leistung und Kompetenz als DFB Bundestrainerin nicht stimmen!

  • Gitta says:

    *hüstel* … diese Trainerin ist mit ihrer Mannschaft Weltmeister und Europameisterin geworden, schon vergessen?

  • Jürgen says:

    Wir erwarten von einer Bundesstrainerin, dass sie sich weiter entwickelt. Frühere Erfolge waren gestern, geboten wurde uns 2011 Rumpelfußball. Frau Neid sollte ihren DFB-Posten baldigst räumen.

  • Gitta says:

    Wer erwartet was? Ich erwarte, dass sie, wenn sie Fehler gemacht hat dazu steht und guckt, dass sie diese nicht wiederholt. das hat schlichtweg mehr Charakter als diesem ewig gleichen blödsinnigen Ruf nach Rücktritt zu folgen. Gelegentlich passiert es einfach, dass andere besser spielen und dann ist das eben so. Hoch gefeiert während der Vorbereitungsspiele, gleich als Weltmeister gehandlt, fallen gelassen nachdem man gegen den späteren Weltmeister Japan verloren hat. Charakterschwach würde ich das nennen. Der Ruf, dass sie ihren Posten räumen soll wird – zum Glück – ungehört in den Weiten des Universums verhallen, wie wir alle wissen.
    Ich finde das immer ein Armutszeugnis, dass man kaum bereit ist hier eine zweite Chance zu geben, selbst diese aber immer erwartet, das ist es, was mich stört. Fußball, das ist ein Spiel, bei dem nicht nur die eingene Mannschaft auf dem Platz steht und die Zeiten, da eine einzige Nationalmannschaft das Geschehen beherrscht sind nun, auch zum Glück, wie wir gesehen haben, vorbei. In vier Jahren gibt es wieder eine WM und eine neue Chance und wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht. Es ist und bleibt ein Spiel.

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