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Niederlagen – Salz in der Lebenssuppe

Jeder Mensch kennt das Gefühl eine Niederlage erlitten zu haben. Manchmal schmerzt das sehr, manchmal lernt daraus. Aber egal was immer man auch tut, man kann sie nicht vergessen machen, sie begleiten uns durch unser Leben hindurch. Natürlich verändert das Gehirn die Erinnerung daran zu seinen Gunsten, wäre dem nicht so wären wir alle verrückt.

Immer, egal um was es sich handelt, betreiben wir Ursachenforschung. Wo wir den Fehler suchen, ob zuerst bei uns oder bei unserem Kontrahenten, ist dabei wurscht, er wird aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwo in der Mitte liegen. Fehler sind da um gemacht zu werden, sie sind das Salz in unserer Lebenssuppe. Natürlich gibt es Fehler, die muss Mensch nicht haben, trotzdem macht sie Mensch oder er Mensch diese.  

Aber ist eine Fehlentscheidung wirklich ein Fehler? Und wann wird eine Entscheidung zu einer Fehlentscheidung? Ein Beispiel: Sagen wir mal im Jahr anno zwick liegen mir fünf Angebote über ein Objekt vor. Das Wort Objekt mag jeder mit dem Inhalt füllen, der ihm gerade einfällt. Nach sorgfältigem Abwägen und hin- und herdenken und auch emotionaler Betrachtung entscheide ich mich für Objekt „D“. Führt nun dieses zum Erfolg, dann werde ich mir natürlich auf die Schultern klopfen und mir sagen wie toll ich das doch mal wieder hinbekommen habe. Was aber, wenn das vollkommen in die Binsen gegangen ist? Ich werde zuerst Himmel und Hölle in Bewegung setzen um einen Umkehrschluss zu erreichen,  um das Pferd doch noch über die Hürde zu bringen. Nun, das Pferd ist schließlich gesprungen, den anschließenden Wassergraben hat es nicht mehr ganz gepackt und mich darin versenkt. Naß geworden. Blöder Gaul! Oder Pech gehabt? Aber irgendwann ganz sicher ein Schulterzucken und „Na und?“ gesagt und dann angefügt „es gab ja Handtücher und trockene Kleidung!“. Zwischen beiden Sätzen kann manchmal ein weiter Weg liegen.

Zu dem Zeitpunkt als ich mich entschieden habe, dass ich den Sprung über das Hindernis mitsamt dem Wassergraben schaffe, dass ich mich für das Objekt „D“, ist nicht der Zeitpunkt der Fehlentscheidung. Zur Fehlentscheidung wird es erst später, wenn ich es dazu mache. In diesem Moment war es die einzige Entscheidung und niemand, kein Mensch kann später sagen ob die anderen vier Objekte die besseren gewesen wären, denn er kann einen Lebensweg nicht zwei Mal gehen. Gelebt ist gelebt und selbst das eben gesprochene Wort ist schon Vergangenheit.

Das würde ich insgesamt einfach mal Lebenserfahrungen nennen. Darin ist der Ärger um gescheiterte Projekte, um erfolgreich beendete Projekte sicher verpackt. Das hat doch was, auch mal nass geworden zu sein. Natürlich sind manche Niederlagen peinlich, haben unangenehme Folgen, andere wiederum lassen sich sehr viel schneller, besser mit einem Lächeln hinnehmen. Das ist so, das werden wir auch nicht ändern können. Manchmal aber wird man mit etwas aus der Vergangenheit konfrontiert, mit dem man nicht mehr konfrontiert werden möchte, mit dem man glaubt abgeschlossen zu haben. In sich gehen prüfen, ob das so ist, ist besser als kindisches Verhalten und quasi mit dem Fuß aufstampfen! Man regt sich tierisch auf, spuckt Gift und Galle und möchte denjenigen, der lediglich sein Recht einfordert, am liebsten auf den Mond schicken. Zeigt das nicht, dass man dieses Ereignis noch längst nicht mit einem Schulterzucken abgehakt hat?  Wäre das nicht vielleicht die Gelegenheit es wirklich ad acta legen zu können? Regt man sich auf und kann nicht vollkommen normal darüber reden, dann ist das immer noch da und schleppt immer noch diese Last mit sich. Will man das sein Leben lang wirklich als Ärgernis mit sich tragen und nicht irgendwann als gelebte Erfahrung ablegen? Wäre das dann nicht die Gelegenheit um das endgültig abzuarbeiten?

Könnt ihr mir eigentlich noch folgen? Nein, auch nicht schlimm, trotzdem glaube ich, dass die meisten wissen was ich meine: die Welt geht nicht davon unter nur weil ich eine Fehlentscheidung getroffen habe, wie diese Woche frisch bemerkt. Die Welt berührt das nicht, die dreht sich einfach weiter. Wie gut, dass sie das tut, denn nur das gibt mir die Chance aus meinem nächsten Fehler zu lernen, was mich aber nicht daran hindern kann einen Fehler zwei Mal zu machen. Wie heißt es? Ein Mal mehr aufstehen als hinfallen, dann passt das schon!

Lasst Euch nicht unterkriegen!

 

 

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