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o. Ü.

Ein Wochenende kommt mir manchmal schon recht kurz vor, vor allem dann, wenn zu tun ist. Nichts Weltbewegendes, aber hier ein wenig ausräumen, aussortieren, dort seinen Pflichten nachkommen und unsere Oma versorgen und alles was sonst so auf Beinen läuft. Das Wetter war im Verhältnis zu dem, was man jahreszeitlich als Sommer bezeichnet nicht schlecht, aber auch nicht optimal. Wenn schon Wetter, dann bitte Superwetter. Oder etwa nicht?

Am Samstag habe ich unsere Oma samt Rollstuhl gepackt und bin in den nächsten türkischen Laden, die Straße runter gegangen. Nichts, das in Berlin und anderen Städten selten ist und zu schreiben, dass das ein Laden ist, ist die Untertreibung schlechthin. Das ist ein Laden fast schon in der Größe eines Supermarktes. Einkaufen wollte ich eine Wassermelone, gekauft habe ich noch etwas Obst mehr und dies und das. Das Personal ist dort übrigens sehr freundlich und hilfsbereit und ich musste die 10kg Melone nicht durch den ganzen Markt schleppen, was mir sehr entgegen kam.

In aller Gemütsruhe bin ich dann mit unserer rollenden Oma durch die Regale geschlendert, hatte Zeit, kein Zeitdruck und keinen Einkaufszettel, der abgearbeitet werden musste. Wäre auch egal gewesen, ob ich einen dabei gehabt hätte oder nicht, denn das meiste, das da in den Regalen steht kann ich nur per Bild identifizieren, was aber noch lange nicht bedeutet, dass das was ich vermute dann tatsächlich auch drin ist. Im Kühlregal beim Käse, eine runde Dose mit einer Ziege darauf sagte mir, dass dort Ziegenkäse drin sein sollte. Vermutlich wird das auch der Fall gewesen sein, aber ich probiere das nicht aus. Von der Dose daneben grinste mich das Schaf herunter an, so beschließe ich weder Ziegen- noch Schafskäse zu kaufen, man sollte was so nett beieinander steht nicht trennen.

Ich entdecke einiges und entscheide mich, neben einigen anderen Kleinigkeiten, die Omas Rollstuhl in gefährliche Rückenlage zu bringen drohen, für Közlenmis Patlican was immer das auch sein mag, die Erklärung in deutscher Sprache auf dem Glas ist zu klein, die Beleuchtung zu schlecht als dass Frau sie lesen kann. Ich werde sehen was ich damit mache und ob ich überhaupt damit etwas machen kann, schließlich will ich die Familie nicht ganz vergraulen, zumal ich im Moment unter der Kochomanie leide, was bedeutet ich bin zwischen all dem, was ich im Moment tue, auch noch dabei ständig auszuprobieren, was man Eßbares zusammen mischen kann, um dann auch noch ein annehmbares Ergebnis zu bekommen.

Nach einer ordentlich langen Weile im Supermarkt haben wir dann den Heimweg angetreten, Oma sitzend, ich schwitzend den nun deutlich schwereren Rollstuhl schiebend. Hat schon was an Gewicht so eine Wassermelone.

Im Moment räume ich, sortiere, mülle, ordne, verwerfe, weil umgeräumt werden soll. Die Gelegenheit sich von dem zu trennen, das man seit Jahren schon, im Schrank liegend, nicht vermisst hat ist günstig, fällt aber zugegebenermaßen äußerst schwer. Es gibt einiges, das den Weg allen Irdischen schon angetreten hat. Nicht zu viel auf einen Schlag, aber immer wieder und stetig, immer ein kleines bißchen vorwärts. Was man da alles findet… das, was man nicht finden will und das, was man lange schon gesucht hat. Gelegentlich schwelge ich mehr in Erinnerung als dass ich mülle und entschließe mich dann diese Entsorgung noch ein wenig zu verschieben. Bilder, einfache Kleinigkeiten, Basteleien der Kinder unter größten Anstrengungen hergestellt, Urlaubsmitbringsel, so unnötig wie päpstliches G…. Einfach herrlich.

Gestern war ich mit Freunden unterwegs, am hellen Tag, in der Tat einen Tag frei gemacht. Oma hatte frei von mir und war in der Tagespflege und so bot sich das an, was ich spontan angeregt hatte: ein Besuch im Valpiano, in das wir vor ein paar Wochen von den Kindern geschleppt worden waren. Nicht nur, dass es Spaß macht dabei zuzusehen, wenn das, was man bestellt hat vor seinen Augen angerichtet wird, es schmeckt auch noch recht gut. Da ich Nudelfan bin und diese in allen Varianten sehr gerne esse, bin ich hier an der richtigen Stelle. Zu meinem Nudelgericht einen großen gemischten Salat und die Welt war in Ordnung. Ich habe also gestern einfach blau gemacht.

Heute ist schon wieder Dienstag, den Rest von heute schaffen wir locker, morgen ist schon wieder Mittwoch, Feiertag, da wird die Woche in zwei Hälften geteilt, sagt meine Mutter immer. Dann Donnerstag und schon wieder ist das Wochenende da …

 

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