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Perfektionisten sind auch nur Menschen

Perfektionisten, das sind Menschen, die mir etwas suspekt erscheinen. Natürlich wollen wir alle unseren Job so gut machen, wie wir das können, Arbeiten abgeben, die einwandfrei sind, das trifft auch auf Doktorarbeiten zu. Manchmal ist das auch mehr und wir wachsen über uns hinaus. Ich habe keinen Zweifel daran, dass jeder von Euch immer das Beste gibt, sein Bestes gibt. Gelegentlich betritt man dafür Neuland. Das passiert. Natürlich wird jede nur erdenkliche Informationsquelle ausgeschöpft, aber gelegentlich hilft alles nix, man kommt an den Punkt, wo nur noch eine Weiterbildung, eine Schulung, ein Seminar hilft. Ein solches habe ich besucht.

Ich bin weit davon entfernt eine Perfektionistin zu sein und genieße das auch. Ich backe Kuchen um davon zu essen, nicht um sie als Anschauungsobjekt bis zum Sankt Nimmerleinstag aufzuheben. Also geschmacklich hervorragend, mit der Optik haut das dann ab und an mal nicht hin und mich wie eine Freundin das kann, in der Deko zu verlieren, nichts für mich, ich kann es eben nicht. Damit kann ich gut leben, kann das auch unumwunden zugeben. Das ist doch perfekt, oder? Aber es gibt Gebiete, da mag ich das nicht, wenn ich nicht so richtig weiß in welchem Bachlauf ich gerade herum stochere und wann ich wo genau hinstochern muss. Das ist zum Beispiel bei einem ganz bestimmten Drehbuch so, das ich geschrieben habe. Mein eigenes Gefühl sagt mir, dass das nicht so ganz das ist, was ich kann. Ihr kennt das aus Eurem Deutschunterricht: Inhalt gut, Ausführung bescheiden. Was tun? Da ich es nun zeitlich kann, habe ich ein Seminar belegt.

Eigentlich sind Seminare wiederum nicht so wirklich meine Welt. Vor allem, wenn ich sie mir nicht aussuchen kann. Das Physikseminar während des Medizinstudiums war zum so eins, auf das ich sehr gerne verzichtet hätte, es war unnötig wie ein Loch im Kopf. Das konnte man echt knicken, der Dozent meinte, dass man das brauchen würde, um zum Beispiel ausrechnen zu können, wie stark sich ein Oberschenkel deformiert, wenn im Busch, irgendwo in der Wildnis ein Mensch aus dem siebten Stock fällt und ausgerechnet ich als Ersthelfer am Unfallort bin. Betrachten wir das rein pragmatisch: Passiert das hierzulande kann man davon ausgehen, dass dieser Mensch unten angekommen, aus dem siebten Stock, wahrscheinlich nicht mehr unter uns Lebenden weilen wird und wenn doch, dann wäre meine Aufgabe ihn zu stabilisieren und in die Klinik zu bringen. Die Sache mit den Knochen wäre dann Aufgabe der Orthopäden und der Chirurgen und in der Wildnis stehen keine siebenstöckigen Häuser. Dummerweise habe ich das laut gesagt. Die uneingeschränkte Zuneigung meines Dozenten war mir sicher, was immer ich auch gemacht habe. Das als kleine Anekdote über meine Liebe zu Seminaren. Ich will auch noch ein Seminar für Wassergymnastik belegen, dazwischen, wenn ich Zeit habe. Das muss Hammer sein, vor allem, wenn das Wasser warm ist und nein, ich verrate nicht wo.

Ganz anders sah das vergangenen Samstag aus: ich habe ein Seminar für Drehbuchschreiben, Drehbuchlesen usw. belegt, das nicht nur interessant gewesen war, sondern es war auch toll gemacht und vor allem es hat mir eine Menge gebracht. Ich sehe das eine oder andere mit vollkommen anderen Augen. Ich habe einige Drehbücher gelesen, aber ich habe sie falsch gelesen. Glaubt mir, das geht mühelos, vor allem, wenn man ich ist. Man darf ein Drehbuch nicht wie ein Buch durchziehen, das ist falsch, so habe ich das bislang gemacht, nun nicht mehr. Bei zwei oder drei Drehbüchern habe ich sogar die Filme dazu und kann das nun vergleichen: was steht im Drehbuch, was ist Film. Das war der Hammer, als ich erkannt habe, was ich falsch gemacht habe. Das ist als bäckt Frau oder Mann einen Hefekuchen und überliest, dass der Hefeteig zuvor an einem kuschelig warmen Ort gehen muss. Das wird dann nichts. So ist das immer und überall. Wenn man die Hälfte vergisst, weil man es nicht weiß oder glaubt es selbst besser machen zu können, dann wird das nichts. Zumindest wird es nicht so, dass man selbst zufrieden ist.

Ich kann nicht nur durch pures Lesen lernen, ich brauche auch die Stimme dazu. Die Stimme, die mir auch Antworten auf meine Fragen gibt und zwar gleich und nicht irgendwann, irgendwo im Internet. Ich hatte vergangenen Samstag diese Stimme samt Frau als Dozentin: http://www.youtube.com/watch?v=vaozrvgO7ec . Sympathisch, oder? Nicht nur das, auch kompetent und wie sie das Seminar gestaltet zeigt, dass sie weiß wovon sie spricht. Ihre HP findet ihr hier: http://www.sugrsteps.de/ . Ich weiß, dass ich gerade mal wieder Werbung mache, aber ich mache das immer dann gerne, wenn ich von dem oder der, die das tragen überzeugt bin und nur dann. Also wer Interesse hat einfach hinein schnuppern. Ansonsten gilt: Laßt es Euch gut gehen.

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