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Provokation

Gestern habe ich über Emotionen geschrieben, da, wie ich berichtet hatte in einembefreundeten Block darüber diskutiert wurde. Emotionen sind wichtig, das Fühlen, Denken, diese Reaktion auf Aktionen, das alles sind Emotionen, rufen sie hervor. Auch Provokationen. Provokation, Herausforderung ist so wichtig wie das Salz in der Suppe.

Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob die Herausforderung die ist ein einfaches Stück Brot zu schmieren, oder die tollste Doktorarbeit zu schreiben, die Betonung liegt auf „selbst zu schreiben“. Für einen Menschen mit Spasmen in den Händen wird das Schmieren des Brot immer eine tägliche wiederkehrende Herausforderung sein. Aber er wird es hinbekommen und zwar so, dass er zufrieden ist. Natürlich kann er sich fragen warum soll ich mir das immer und immer wieder antun? Die Antwort liegt auf der Hand: er will Butter auf dem Brot haben.

Provokationen der anderen Art sind die verbalen, die unterschwelligen, die dann erfolgen, wenn man nicht weiter weiß, keine Argumente mehr hat. Diese neigen dann dazu in persönlichen Attacken auszuarten. Das finde ich immer sehr schade, wenn man die sachliche Ebene verlassen muss und persönlich wird. Das sind die Provokationen, die ich nicht mag und bei denen ich spätestens dann aus der Diskussion aussteige. Schluß! Aus! Das ist nicht mein Stil, wird er auch niemals werden. Ich finde das so klein, so beschämend.

Ich gebe ein Beispiel: ein Paar, oder zwei Männer, oder zwei Frauen, vollkommen egal welche Konstellation, bekommen sich sprichwörtlich in die Wolle. Zuerst diskutieren sie sachlich, bleiben in Argumenten. Irgendwann fängt das an, dass der eine dem anderen gar nicht mehr zuhört, auf seinen Argumenten pocht, nicht mehr wahrnimmt, dass der andere bereits Friedensangebote gemacht hat. Auch die Körpersprache wird nicht mehr wahrgenommen.  Er oder sie regt sich mehr und mehr auf und dann kommt das, was für mich unverständlich ist, die sachliche Ebene wird mit einem verbalen Angriff oder mehreren verlassen nach dem Motto „du spinnst doch“ oder „du hast doch einen an der Waffel“ oder „schau dich doch an“ der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wenn jemand fest in seinem Tun ist, überzeugt ist von dem was er vertritt, dann brauch er oder sie das doch gar nicht. Oder ist das dann alles nur Show? Alle anderen an der Nase herumgeführt? War das Ausgangsargument auch schon nur Show? Vertritt man das vielleicht nicht wirklich? Egal in vielen Fällen bedeutet das nicht nur das Ende der Diskussion, sondern eine handfeste Komplikation auf zwischenmenschlicher Ebene.

Für viele stellen sich Diskussionen im Internet sehr viel schwieriger dar, da man, wie viele sagen, sein Gegenüber ja nicht sieht, nicht sehen kann wie ehrlich jemand ist, wie er das, was er schreibt tatsächlich meint. Das stimmt schon, das ist richtig,  aber ich habe aber doch den Vorteil mir mit meiner Antwort Zeit zu lassen, ich kann mühelos eine Nacht über eine Antwort schlafen. Selbst wenn ich mich ärgere, dann schlafe ich darüber und frage mich am nächsten Tag, wenn ich das abermals lese warum hast du dich eigentlich über so einen Jüngling oder so eine Göre oder so einen Schmarrn gestern geärgert? Das kannst du doch mit einem einzigen freundlichen Satz wegwischen und das, was bleibt, das wird sich von selbst auf ein Minimum reduzieren, in sich zusammenfallen wie Schaum auf einem Cappuccino, wenn er zu lange steht. Und ich habe noch eine Wahl: ich muss nicht mehr dorthin zurück gehen, wo ich mich persönlich angegriffen gefühlt habe.

Dennoch finde ich Provokation gut, es treibt den Blutdruck in die Höhe, regt den Kreislauf an, treibt das Gehirn zu Höchstleistung. Dann kommt die Lösung, das Gehirn ist zufrieden, der Kreislauf reguliert sich und das Adrenalin wird bei einem Spaziergang wieder herunter gefahren. Ebenso wie Emotionen gehören Provokationen zu unser aller Leben dazu, einer wie das Salz zur sprichwörtlichen Suppe. Gelegentlich kann man auf sie, die Provokationen, verzichten, gelegentlich regen sie an sich selbst zu überprüfen und falls nötig neu auszurichten und gelegentlichen lassen sie sich einfach unter „P“ ablegen und abhaken.

Lasst euch provozieren, genießt den Moment der Entspannung, hakt ab, was es nicht wert ist weiter beachtet zu werden. Lasst es euch einfach gut gehen.

 

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1 Kommentar zu „Provokation“

  • Jan says:

    Danke lieber Jan für den Link, aber Du wirst verstehen, dass ich keine Werbung für die Bücher anderer Autoren auf menem Blog mache, es sei denn ich habe sie gelesen und rezensiere sie.

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