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Sing ein Lied, sing ein Lied, little Banjoboy

Da wäre dann noch über diese eine Angelegenheit zu reden. Jeder weiß es, keiner sagt es und doch, wir machen es alle. Mehr oder weniger. In einigen Wochen, gleich nach der fünften Jahreszeit Fasching, geht es los: Frühjahrsputz. Nicht, dass ich annehme es wird nur allerorts nur im Frühjahr geputzt, aber im Frühling, da habe ich immer das Gefühl, dass allerorts der Feudel doppelt so oft, doppelt so intensiv, doppelt so intensiv geschwungen wird, dass die Bohne kracht. Alles neu macht der Mai, sagt man, aber bis zum Mai ist Mann oder Frau mit dem Frühjahrsputz schon fertig. Oder etwa nicht?

Ich beneide jeden, der oder die das gerne macht. Zugegeben, ich kenne wohl einige dieser seltenen Exemplare, aber das sind nur noch wenige dieser Spezies vorhanden. Sie scheinen vom Aussterben bedroht zu sein und müssen unter besonderen Artenschutz gestellt werden. Mal ehrlich, ganz unter uns, wie viel Geld habt ihr schon in die Putzmittel gesteckt? In neue Putzartikel aller Art? In Lappen und Bürsten, in Wedel und Besen, in Mittelchen hier und Pülverchen dort? Natürlich immer in der Hoffnung Arbeitszeit und Kraft einsparen zu können, ebenso wie Energie und Wasser. Bestimmt eine ganze Menge und wenn ihr den Putzschrank öffnet, da stehen sie ganz hinten und fristen ihr Dasein als die erfolglosen Reiniger, deren Versprechen „reine machen“ ohne Arbeit war. Putzen ohne Aufwand, ohne Kraft, im Handumdrehen? All die Werbespots in denen eine flotte Hausfrau, gestriegelt und gebürstet, wie wir natürlich auch alle aussehen, wenn wir einen Hausarbeitstag haben, lächelnd das Mittelchen auftragen, verteilen und dann mit einem Schwupps den Lappen drüber ziehen und alles funkelt und glänzt, wie es das noch nicht mal am ersten Tag getan hat. Das Blöde an der Sache ist, dass man und frau, auf der Suche nach Erleichterung der Hausarbeit, immer und immer wieder auf alle Arten von Werbung herein gefallen sind, egal ob die Werbung im TV ausgestrahlt wurde, in der Zeitung als Beilage geglänzt hat oder via Straßenverkäufer auf dem Markt angepriesen worden war. Unsere Hand zuckt in Gedanken zum Geldbeutel, der das wiederum kennt und sich förmlich in der Tasche festsaugen möchte. Für derlei Kram will er keinen seiner Scheinchen oder Münzen dafür hergeben zu müssen, mehr noch er verkriecht sich ganz nach unten hinein in die Tasche. Was ich nicht so ganz verstehe ist, dass das, was jenen mühelos von der Hand geht. bei mir einfach nicht klappen will, weder mir Hokuspokus, noch mit Beschwörungsformeln oder Hexentanz. Es geht einfach nicht.  Die Erklärung ist im Grunde ganz einfach, aber ich glaube wir hätten es gerne ein wenig anders: Als wir noch in der wunderschönen Pfalz lebten, da kauften wir den Wein direkt beim Winzer und zwar bei einem bestimmten Winzer. Der Winzer und seine Schwester, beide schon deutlich älter, sagten, als wir uns über das Putzen, die Mittelchen und alles was dazu gehört unterhalten haben, dass egal was immer man auch auf den Dreck packt, man immer ordentlich reiben, rubbeln, kratzen und scheuern müsse, das gehöre dazu, nix geht von selbst und schon gar nicht der Schmutz. Daran werde sich niemals etwas ändern. Wie recht die beiden hatten und auch wenn sie längst schon ihren Wein in Himmelsgefilden keltern, sie haben immer noch Recht.

Frühjahrsputz, im Ergebnis immer unschlagbar, das trotzdem vergänglich, schneller als uns das lieb ist. Trotzdem machen wir es immer und immer wieder, obwohl mit einem „Wisch ist alles weg!“ nicht klappt, Kraftaufwand und scheuern einfach dazu gehört. Ich habe dieser Tage gelesen, dass je fröhlicher wir eine Arbeit verrichten, desto leichter geht sie von der Hand. Stimmt doch, oder? In diesem Sinn wünsche ich Euch auch in diesem Jahr ein fröhliches Putzen, zu dem ihr doch bitte laut Eure Lieblingslieder schmettern mögt. Laßt es Euch gut gehen!

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