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So müde oder Ist das Wochenende wirklich schon vorbei?

Ich liebe es früh aufzustehen. Das zu lesen mag sich in manchen Augenpaaren grausam lesen. Aber es ist. Die Ruhe, die dann noch herrscht. Niemand der gewaschen, angezogen und versorgt werden muss. Niemand, der Lärm macht. Kein Radio. Stille. Wie schön. Als der Wecker heute Morgen sein grausames Piepen von sich gab, da glaubte ich im falschen Film zu sein. War das wirklich wahr? Einmal auf die Wiederholungstaste, dann noch mal, dann aber wurde es Zeit aufzustehen, da montags meine Schwiegermutter abgeholt wird und ich es hasse da unter Zeitdruck zu geraten. Das geht auch nicht eine 88jährige in die Klamotten zu packen, ihr ein Brötchen einzupfeifen und dann ab die Luzzy, weil der Bus schon da ist. Das geht alles sehr gemächlich, vor allem auch deswegen, da sie durch ihre Krankheit enorme Probleme hat, das Geforderte umzusetzen oder aber weil sie die Nacht zum Tag gemacht hat und genauso müde ist wie ich, keine Lust hat irgendwas zu tun. Das braucht also seine Zeit. Es fühlt sich grauenvoll an so müde zu sein.Das Wochenende ist also vorbei. Gestern war ich „im verkaufsoffenen Sonntag“. Nicht weil ich shoppen wollte, das ist nicht so mein Ding, weil ich es hasse anzuprobieren. Ich wollte nach einer Tastatur schauen. Das ist ein grausames Unterfangen und am Ende habe ich ohne eine solche den Laden verlassen. Auch gut, es eilt nicht und stellt kein größeres Problem da. Ich bin dann noch ein wenig durch die Spandau Arcaden geschlendert und bin meinem stillen Hobby nachgegangen: Menschen beobachten.

Wenn Frauen alleine einkaufen gehen, egal ob sie Lebensmittel einkaufen oder nach Handtaschen schauen, dann sind sie entspannt. Wobei es natürlich ein Unterschied ist, ob sie bummeln sind oder für das Mittagessen einkaufen. Bei Letzterem stehen drei Artikel auf dem Einkaufszettel und am Ende habe sie ungezählte fünfzehn in ihrem Einkaufswagen. Das liegt daran, dass sie immer wissen was sie noch im Schrank haben und was nicht und füllen so gleich die Vorräte auf. Gehen sie bummeln, haben sie Zeit mal hier mal da Warenprobe zu machen. Frauen schauen nicht nur mit den Augen, sie tun das auch mit ihren Fingern.

Völlig anders verhalten sich Frauen, wenn ihre Männer oder Partner dabei sind. Alle Entspanntheit ist dahin. Im Supermarkt ist von den Männern permanent ein „muss das jetzt wirklich sein, dass du Nudeln kaufst?“ oder „das steht aber nicht auf der Einkaufsliste“ zu hören und den Frauen ist im Gesicht abzulesen was sie denken: „Mann, Alter halt die Klappte, wäre ich nur allein gegangen.“. In Modegeschäften stehen sie gelangweilt daneben. Ihre Minen verfinstern sich immer mehr, wenn sie daran denken, was sie alles in dieser Zeit hätten tun können, aber nie getan hätten. Aber die hätten immerhin die Möglichkeit gehabt es zu tun, wenn sie nicht mit ihren Partnerinnen hätten gehen müssen. Sie können es sich nicht verkneifen zu sagen: „Ich dachte du wolltest nur schauen, von anfassen oder gar anprobieren war nie die Rede!“.

Die armen genervten Frauen haben nun folgende Möglichkeiten: entweder sie fangen an zu meckern und ein „da kann ich ja das nächste Mal zu Hause bleiben!“ provozieren, oder aber sie ignorieren das Gemecker ihrer Partner mit mehr und mehr sauertöpfisch werdender Miene. Auf keinen Fall aber werden sie von sich heraus sagen: „Du kannst das nächste Mal gerne zu Hause bleiben.“ Das wollen sie auch nicht, denn von Zeit zu Zeit muss sie es immer mal wieder versuchen, ihn zum Mitgehen zu bewegen.

Was mir in den Arcaden aufgefallen ist, dass es wenig Geschäfte gibt, die für Männer interessant sind. Ein Elektronikmarkt, ja, aber ich finde den grausam, den kann man in der Pfeife rauchen. Ich weiß wovon ich rede, denn ich war da gestern und wollte dann noch nach einem Akku fragen, denn ich am Service bestellen sollte. Als ich auf diesen Schalter zusteuerte, sah ich in der zweiten Reihe eine Frau sitzen. Gut, also um den Tresen herum auf sie zugehen, damit sie ja nicht aufstehen muss, als ich sie sagen hörte: „Wollen Sie mal vor den Tresen gehen?“. Klar bin ich gegangen und dann auch ohne etwas bestellt zu haben.

Für den gemeinsamen Einkauf schlage zwei Varianten vor: die eine ist die, dass die Frauen ihre Männer in einer Art Sammelstelle abgeben, wenn diese keine Lust zu bummeln mehr haben.  Hier gucken sie Fußball, zwitschern dazu ein Bierchen und werden irgendwann von ihren Frauen wieder abgeholt werden. Oder aber, wobei das nicht unbedingt ein „oder“ sein muss, es gibt einen Werkzeugladen mit den skurrilsten Werkzeugen, die kein Mensch nicht braucht, die aber Mann garantiert kaufen wird, weil er braucht eine Jagdtrophäe. Er will ja auch eine Tüte nach Hause tragen. So wird es ihm bedeutend leichter fallen, die Einkaufstüten seiner Frau zu tragen.

Ich habe sie gesehen, die genervten Paare. Einkaufen mit einem Mann, ein schwieriges Unterfangen. Keine einfache Angelegenheit. In Einkaufszentren, die in der Stadt sind, gibt es keine Werkzeugläden, allenfalls Elektronikmärkte. Egal was immer Frau auch anstellen wird, solange es diese Läden, eingebettet zwischen MEXX und Esprit, nicht gibt, wird sie nicht in Ruhe einkaufen können.

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1 Kommentar zu „So müde oder Ist das Wochenende wirklich schon vorbei?“

  • barbara2 says:

    auf meiner insel gibt es sog. ferriterias, das sind läden in denen findest du von farbe über werkzeug über baumaterialien bis hin zu kehrschaufel und handfeger fast alles, bzw. holt dir der verkäufer irgendwo aus den tiefen seines mit hohen regalen vollgestellten ladens. das mit dem müde muss am tag liegen. ich habe allerdigns auch nicht durchgeschlafen und ab halb 6 gelesen udn war dann zum aufstehen müde, musste aber hoch

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