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Artikel-Schlagworte: „Covid“

Ich finde: Schwere Zeiten

Istanbul: Die Hagia Sofia ist nun wieder mal muslimisch. Sie hat, erbaut als eine christliche Kirche, eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Sie ist, egal ob man gläubig ist oder nicht, Gott geweiht und daran wird sich nichts ändern. Das kann man ihr nicht mehr wegnehmen, egal wie auch immer sie genutzt wird. Egal wer auch immer dort angebetet wird, sie ist christlich geweiht. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, ob zu ihrer Erhaltung weiter Geldmittel fließen dürfen und sie aus dem Status eines Weltkulturerbes herausnehmen. Wer sie nutzt, der muss auch für sie sorgen. So sehe ich das. Wer weiß, vielleicht dieser Schachzug Erdogan kein Glück und irgendwann sie dann wieder Museum.

Texas: In einem County in Texas werden Menschen, die an Covid19 erkrankt sind und deren Leben nicht gerettet werden kann, zum Sterben nach Hause geschickt. Starr County hat eine Bevölkerung von rund 61 000 Menschen. Mit Stand vom Freitag gab es mehr als 1700 Corona-Fälle und 17 Tote. Die Intensivkapazitäten im Starr County Memorial Hospital wurden mit Ansteigen der Infektionsrate kontinuierlich erhöht, dennoch reicht es nicht aus, um alle Patienten, die intensivpflichtig sind zu behandeln.

Ich frage mich aber, wie ist das dann zu Hause, wenn in einem Haushalt weitere vulnerable Personen leben? Haben die Angehörigen Schutzkleidung oder sind sie auf Gedeih und Verderb dem Virus ausgeliefert? Das ist der erste Fall, den ich so beschrieben gelesen haben. Ich bin mir aber sicher, dass noch mehr Counties folgen werden. Man könnte sagen selbst schuld, aber das fände ich persönlich dann doch etwas daneben.

USA: In den USA war das Tragen einer Maske im öffentlichen Raum, in Geschäften, bei Ansammlungen von Menschen zu einem Politikum geworden, ein Spielball des Mächtigen. In Tulsa, einer Stadt in Oklahoma, in dem der Präsident eine Wahlkampfveranstaltung durchgeführt hat, wurden die Plätze, die per Aufkleber als „frei zu bleibender Platz“ beschrieben waren, zu normalen Plätzen umgestaltet. Das Wahlkampfteam hat diese Zettel einfach entfernt. Die Zahl der Infektion stieg danach auch hier an.

Überhaupt, das ist meine Meinung, hat die Politik für das Ausmaß der Pandemie in den USA die Verantwortung zu tragen. Zu allem kam noch der Tod des George Floyd dazu, den der Präsident dafür genutzt hat, das Land weiter zu spalten und betreibt diese Handlungen weiter voran, wobei ich gerade mit Blick auf den dritten November den Verdacht habe, dass er Truppen für den Fall positioniert, dass er die Wahl verliert. Ich würde, trotz der positiven Zahlen für Biden, nicht meine Hand ins Feuer legen, dass er gewinnt und für den Fall, dass nicht, bin ich mir nicht sicher, ob die Übergabe problemlos laufen wird. Die Truppen, das Schlechtreden der Briefwahl, die er selbst nutzt, all das weist nicht, im Falle einer Niederlage auf eine friedliche Übergabe hin. Es bereitet mir Unbehagen.

China: China ist ein Land, das mir Unbehagen bereitet, da es gerade alles aufkauft, alles mit Geld beeinflusst. Während die USA sich selbst zerfleischt, verschlafen sie die gute Gelegenheit aus der Hand und schenken den Chinesen gerade die Welt, die überall Geldmittel für Impfseren hingeben, oder Equipment in Form von Schutzkleidung und Beatmungsgeräten schicken. Sie bauen eine neue Seidenstraße und geben den Regionen durch die sie durch wollen Geldmittel. Mitten in Europa. Irgendwann werden sie für ihr nettes Lächeln das alles zurückfordern. Es wird schon schwierig werden, wenn wir mehr Artikel und Medikamente in Europa produzieren wollen. Das machen sie nicht umsonst.

Großbritannien: Ich glaube der PM Johnson glaubt immer noch, der Größte zu sein. Die Pandemie hat er zuerst nicht in den Griff bekommen, das Handelsabkommen mit den USA bekommt er nicht hin, das mit Europa auch nicht. Er geht davon aus, das alle ihm die Füße küssen und die Verträge auf dem goldenen Tablett liefern müssen. Müssen sie alle nicht. Nun driftet auch noch Schottland davon, das mit allen Mitteln in der EU bleiben wollte. Aus wohl gutem Grund, das seinen eigenen Weg in der Bekämpfung der Pandemie gehen musste, um sein Volk zu schützen. Wann kommt Johnson auf den Teppich der Tatsachen zurück und erkennt, dass die EU oder die USA keine Bittsteller bei ihm sind.

Wir haben vor einem Jahr Engländerinnen getroffen und uns mit ihnen über ihren Brexit unterhalten, sie habe uns einiges erklärt, das wir wiederum widerlegen konnten, wo ihnen schon die Luft weggeblieben war. Es wird, fürchte ich, noch mehr Staunen bei ihnen geben und wer weiß, vielleicht denken sie mal an uns und unsere Unterhaltungen, die wir hatten. Ich wünsche ihnen alles Gute und hoffe für sie, dass es nur halb so schlimm werden wird, wie es zu befürchten ist.

Europa: In Europa unterdessen steigen die Infektionszahlen erneut an: Frankreich, Spanien, Luxemburg, Serbien, Kroatien, Balkanstaaten, die nicht zur EU gehören. Sind wir alle zu sorglos? Kippen wir das „Social distancing“? In einigen Fällen sicherlich und das nicht nur die jungen unter uns. Wir rücken irgendwie wieder näher zusammen. Es ist Sommer, wir wollen die Leichtigkeit, die er mit sich bringt spüren, wollen ein lockeres Leben. Viele möchten nach den stressigen Corona-Wochen Urlaub genießen und fahren, fliegen wo auch immer hin.

Die EU hat ein mächtiges Finanzpaket beschlossen, das noch durch das Europäische Parlament muss. Das wiederum läuft gerade nicht gut. Was mich persönlich an der EU stört, ist der Punkt, dass immer alles einstimmig beschlossen werden muss. Das ist etwas, das im Grunde nicht läuft, weil dann jeder Staat immens viel Druck ausüben kann, um seine Ideen durchzusetzen. In einer Demokratie ist das nun mal so: Mal gewinnt man, mal verliert man. Irgendwann muss Europa mal zu einer wirklich gemeinsamen Strategie kommen, um wirtschaftlich unabhängiger von störenden Einflüssen werden zu können. Auch eine Ratspräsidentschaft von sechs Monaten finde ich deutlich zu kurz, auch wenn das eine oder andere Land am Ende froh ist, den Stab weiterreichen zu können. Blöderweise hat die USA ein Staatensystem, das normalerweise funktioniert. Okay, zur Zeit nicht so wirklich. Aber normalerweise schon.

Deutschland: Es ist in Ordnung Urlaub zu machen, zu verreisen, keine Frage, aber bei den Massen, die wieder unterwegs sind, kann es nicht ausbleiben, dass sich eine zweite Welle auf den Weg gemacht uns alle und überall zu überfluten. Das ist nicht gut. Inzwischen überlegen der Bundesgesundheitsminister und die Gesundheitsminister der Länder, wie sie dem begegnen können. Ich finde, das ist einfach zu beantworten: Die Pflicht zu testen nach der Rückkehr und die Pflicht automatisch in Quarantäne zu gehen. Alles andere ist unfair jenen gegenüber, die immer noch achtsam sind, die vernünftig in ihrem Verhalten sind, die in Krankhäusern und Senioreneinrichtungen arbeiten. Das ist so einfach und muss jedem einleuchten.

Okay, da gibt es noch die Hildmanns, diese ewigen Verschwörungstheoretiker. Faszinierend was aus ihm geworden ist. Aus der Idee die Grundrechte zu verteidigen ist nichts anderes übriggeblieben als Hass. Blanker Hass auf alles und jeden, der widerrede hält, der jüdisch ist, der andersdenkend ist. Wo ist der Gedanke an Freiheit geblieben, an Toleranz, an demokratischem Denken? Ups. Er ist weg. Einfach gegangen über Nacht.

Ich habe nichts gegen Menschen mit Aluhüten, überhaupt nicht, denn sie geben mir immer mal mit ihren Theorien den Anstoß, meine eigene Position zu überdenken, mich zu fragen, ob ich zu leichtgläubig bin, aber im Fall Corona sprechen die Langzeitfolgen schwer erkrankter, auch junger Menschen, dagegen sprechen auch die Kinder, die daran gestorben sind und all jene die mot oder ohne Erfolg um ihr Leben gekämpft haben. Ja, ich weiß es gibt immer unglaublich viele Grippetote. Aber ich bin mir sicher, dass kein Virus in der Neuzeit jemals solche Auswirkungen hatten. Ob alle Maßnahmen vollkommen in Ordnung waren? Nein bestimmt nicht, aber, wenn man nun wieder über die Grenzen Deutschlands schaut, irgendwie schon.

Ich bin mir nicht sicher, ob das Virus mit der Belastung unserer Umwelt zu tun hat. Punkt a. wenn es ich bestätigt, dass das Virus von einem Nassmarkt in China gekommen ist, dann sehe ich das nicht ganz so. Wenn das nicht geklärt werden kann, dann muss ich automatisch die Frage stellen, warum war die Auswirkung und die Verbreitung der spanischen Grippe im übertragenen Sinn genauso verherend? Vielleicht nicht in der Zeit, aber doch in der Auswirkung. Immerhin über 50 Millionen Tote. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es nicht sehr viel mehr unentdeckte Infizierte und somit auch sehr viel mehr Tote gibt, die infiziert waren. Ich denke dabei an Länder in Afrika, in Südamerika und Asien. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jeder Fall entdeckt werden wird, oder bislang wurde.

Ich finde es im Moment sehr schwer, geradezu bedrohlich: China, das sich die Welt nehmen und sie beherrschen möchte, der Handelskrieg und andere Unstimmigkeiten zwischen China und den USA und das Bemühen des amerikanischen Präsidenten einen Schuldigen für das eigene Versagen zu finden. Das wirkt schon wie eine Lunte, die bereits angezündet worden ist. Russland, dessen Putin sich gerade still verhält und mit Sicherheit im Hintergrund die Fäden spinnt. Ein sehr gefährlicher Mann mit einem gleich starken Machtinstinkt, wie dem seines chinesischen Kollegen, D.T., der das alles nicht blickt und immer noch „America First!“ ruft. Johnson, dem alles entgleitet, wobei er weniger eine Bedrohung für andere, eher für sein Land darstellt. Ist das nicht alles verrückt?

Was jetzt nicht passieren darf und dafür können wir alle sorgen, jeder für sich und alle anderen, das wäre eine zweite Welle, in Deutschland nicht und in Europa auch nicht. Allerdings, so sagte der sächsische Ministerpräsidenten Kretschmer, sei diese bereits angekommen. Einen zweiten Shutdown kann und wird es nicht geben, allenfalls ein freiwilliges #stayhome von jenen, die das können. Bleibt und seid gerade jetzt vernünftig und nach dem Urlaub: #gettested.

Kein Texas, keine USA, keine zweite Welle, bitte … Laßt es Euch gut gehen.