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Artikel-Schlagworte: „USA“

Wieder Corona

Ich weiß, das Thema Corona hängt uns allen zum Hals heraus.

Zuerst die gute Nachricht: Ich bin überzeugt davon, dass wir irgendwann zwischen Januar und März einen Impfstoff haben werden. Wer wird zuerst geimpft werden? Nun zuerst alle, die systemrelevant sind. Dann alle, die vulnerabel sind und dann der Rest… Läuft doch, oder? Ich habe da Vertrauen in unsere Regierung, in die große Koalition, dass sie die richtigen Maßnahmen und Reihenfolge beschließen werden.

Apropos Maßnahmen, bevor ich einen internationalen Blick wage, ein Blick innerhalb unserer Landesgrenzen. Dass das Virus immer noch da ist, sollte spätestens jetzt nach massiven örtlichen Ausbrüchen jedem klar sein und jeder sollte, nein, muss sich danach richten, damit es keinen zweiten Lockdown geben muss. Ich will keinen, ihr wollt keinen und die Wirtschaft will schon gar keinen, die Politik will auch keinen und schaut man sie den Verlauf der spanischen Grippe (1917 – 1921 oder 22) an, dann war der zweite Ausbruch im ersten Herbst und nachfolgenden Frühjahr, nachdem das Virus aus den USA nach Europa geschleppt worden war, sehr heftig. Müssen wir alle nicht haben.

Ich weiß ja nicht, ob Verschwörungstheoretiker wie Attila Hiltmann, Xavier Naidoo und die vielen anderen Alukappenträger auch mal in Geschichtsbücher schauen, denn dann wären sie auf die Spanische Grippe gestoßen und hätte erahnen können, dass der Verlauf dem von Covid 19 sehr ähnlich ist. Damals gab es weder einen Bill Gates, noch eine Regierung, die sich das Volk unterjochen wollte, noch Medien, die Einfluss in der Art wie sie es heute tun, nehmen. Es herrschte der Erste Weltkrieg, der auch, entgegen der Meinung von Donald Trump, nicht durch die „Flu“ beendet worden war. Was also soll das? Ich bewerte seinen, Attila Hiltmanns, Geisteszustand nicht, das muss jeder für sich selbst tun. Erst informieren, denken und dann reden. Okay, kann ja mal passieren, dass man sich blamiert.

Europa. Die Gemeinschaft in Europa hat unter dem Virus gelitten. Das Virus zeigt auf brutale Art und Weise systemische Schwächen überall auf, auch in dieser Gemeinschaft. Zuerst gab es keine Schutzkleidung. Warum nicht? Nun, Lagerhaltung kostet Geld, bindet Kapital und somit hält man Lager so klein wie möglich, kalkuliert hart an der Grenze. Früher, das war nicht mal das Schlechteste, hatte jede Firma ein Lager, durch die kurzen Beschaffungszeiten wurden diese abgeschafft. Die Zeche bezahlt man dann in Zeiten wie diesen, in denen die Beschaffung problematisch ist, da es kaum Verkehrswege gibt. Das erhöht die Preise exessiv und eine einfache Schutzmaske kostet anstatt einen Apfel und Ei, gleich fünf Äpfel und zehn Eier. Ich fürchte aber, dass weder die Unternehmen, noch der Staat daraus lernen werden und was mich am meisten an diesem Umstand stört, dass dadurch das Leben des gesamten systemrelevanten Personals in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gefährdet wird. Wie dumm ist das alles?

Jedes Land der EU hat zuerst für sich selbst agiert und auch, wenn es Hilfen gegeben hat, so waren sie dennoch nicht genug, nicht genug für Italien, für Spanien und Frankreich. Die Grenzen untereinander wurden geschlossen, was ich persönlich nicht als das Schlimmste ansehe, weil das schon Vorteile bei der Eindämmung hatte. Ich möchte nicht, dass das so noch mal geschieht. Mensch, Leute setzt euch zusammen, findet einen gemeinsamen Weg, entwerft für alle möglichen Situationen gemeinsame Pläne, denn Europa muss in einer Welten-Gemeinschaft stark sein, um China, Russland und auch den Vereinigten Staaten Paroli bieten zu können. Ihr seid erwachsen und auch die Völker machen eine ganze Menge mehr mit, als ihr euch jemals vorstellen könnt.

In Ländern wie Südafrika ist das Virus ebenfalls angekommen. Der Kontinent ächzt ohnehin ständig unter klimatischen Katastrophen und solchen, die durch Viren (Ebola) ausgelöst werden. China indes und das ist nichts, was neu ist, kauft ausgerechnet das fruchtbare Land auf, das dringend notwendig ist, um die eigene Bevölkerung Afrikas zu ernähren. Das darf nicht sein, das muss unbedingt aufhören! Wie blind sind alle gegenüber den freundlichen Bemühungen einer totalitären Staatsmacht, die eine zweite „Seidenstraße“ zu bauen und wofür sich Staaten ihnen finanziell ausliefern. Wacht auf, holt Produktionen aus dem asiatischen Raum nach Hause, nach Europa, verteilt sie in Regionen, die es finanziell brauchen. Das tut der wirtschaftlichen Schlagkraft Europas gut und nimmt China ein wenig Macht und D.T. wird Probleme mit seinen Zöllen haben. Wir machen es, durch die Uneinigkeit den anderen zu leicht uns gegenseitig auszuhebeln.

Südamerika, Brasilien, Bolsonaro, ein enger Freund D.T.s. Da muss ein Gericht den Mann zwingen, dass er Masken trägt in einem Land, das die Infektion kaum stemmen kann. Ob er sich denkt, dass das Virus das eine oder andere Problem in den Armenvierteln des Landes lösen kann? Mein Gott, kann man den Mann nicht davon jagen? Ich muss an unsere Regierung, bestehend aus CDU und SPD, und an alle anderen Parteien, die das im Grunde alles mitgetragen haben, denken, sie haben sich wirklich bemüht, das Virus für uns alle möglichst rasch unter Kontrolle zu bekommen. Es ist dabei egal, ob Schulen zurecht dicht waren oder nicht, ob Clubs immer noch geschlossen sind. Sie haben eine ganze Menge für unser aller Schutz getan. Nun sollten wir alle wiederum versuchen, dieses Bemühen nicht ab absurdem zu führen und achtsam sein. Achtsam, dass man sich nicht zu nahe kommt, Abstands- und Hygieneregeln einhalten, das ist nicht schwer, wirklich, das ist kein großer Akt, das zu tun.

Amerika, ja D.T. bestraft uns gerade, um von seiner miesen Corona-Politik abzulenken. Es sei ihm gesagt, er muss sich nicht für uns als Volk einsetzen, ob wir glücklich oder unglücklich über die Pipeline aus Russland sind. Eins steht aber fest, die Vereinigten Staaten beschützen uns schon lange nicht mehr vor Putin, mit dem er, wie er immer angedeutet hat, eine gute freundschaftliche Beziehung unterhält. Dass er die Truppen nach Polen, das schon lange darum buhlt, verlegen möchte, das hat sich längst schon angedeutet, aber ob das eine schlaue Idee war, wird sich zeigen müssen. Schon lange liebäugelt er mit „Strafmaßnahmen“ gegenüber Deutschland, nun kommt noch dazu, dass Kanzlerin Merkel keine Lust hat, zum G7-Gipfel in die USA reist. Böse Falle für einen Mann wie ihn, dass eine Frau wie die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, ihm die kalte Schulter zeigt. Diese möchte er jetzt gerne ärgern und damit von seiner eigenen Unfähigkeit ablenken. Ich meine aber, dass Frau Merkel gut beraten ist, nicht in die USA zu reisen.

Aber wer weiß, vielleicht hat er ja auch nur einen persönlichen Vorteil davon die Truppen nach Polen zu verlegen, vergessen wir nicht, dass er auch Unternehmer ist, der dem Unternehmen wohl gerade „nicht vorsteht“, aber wer weiß das schon wirklich. Vergangenes Wochenende erklärte er, dass die Fallzahlen in den USA nur deswegen so hoch seien, weil sie so viel testen und wenn man das reduziert, dann hat man auch nicht mehr so viele Menschen, die infiziert sind. Welch eine Logik, die Infizierten sind da, egal ob er testen lässt oder nicht und die Kapazitäten in einigen Krankenhäusern kommen an ihre Grenzen, wenn diese nicht gar schon erreicht sind.

In der Tat gibt er einigen Teststationen ab Ende Juni keine staatlichen Mittel mehr. Er sollte nach New York schauen, wo ein beherzter Gouverneur immer mit einem Auge nach Europa geschielt hat, um zu gucken, was da passiert und der entsprechend gehandelt hat. Nun verlangen die Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut, dass Einreisende aus anderen Bundesstaaten deren Rate an Corona hoch ist, in Quarantäne gehen müssen. Der Präsident möchte selbst aber nicht in Quarantäne gehen, er sei ein „essential worker“ und deswegen darf er doch wohl am Wochenende in New Jersey in den Golfclub gehen. Darf er das wirklich? Was unterscheidet ihn von jedem anderen Arbeitnehmer? Dass in seinem Umfeld alle getestet werden? Aber wie gut sind die Tests und wie effektiv? Wir wissen alle, dass präventive Tests einen Tag später hinfällig sein können, wenn man Kontakt hatte.

Wahlkampfauftritte. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn ich die Bilder sehe. Wie kann man in diesen Corona-Zeiten von seinen Wählern erwarten, wenn die Zahlen der Neuinfizierten nach oben schießen, dass sie die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen und ohne Masken, zusammengepfercht in einer Arena inside, ihm lauschen sollen? Ich weiß ja nicht, ich kann mir nicht vorstellen, dass das hier möglich wäre. Die Halle war zum Glück nicht zum Bersten voll. Sehr viel weniger als gedacht, waren gekommen, von den erwarteten 60.000 haben gerade mal 6000 den Weg dorthin gefunden.

Ich gehe mal davon aus, dass sich die Bevölkerung sehr wohl darüber bewusst ist, welchem Risiko sich die Menschen aussetzen würden, wenn sie seinem Ruf folgen würden. Miami hat abgewunken, eine solche Veranstaltung jetzt durchzuführen, North Carolina mag auch nicht und wenn, dann zu Corona Bedingungen, ich gehe davon aus, dass weitere Städte folgen werden und Veranstaltungen absagen. Nicht nur das, was er sagt, spaltet ein ansonsten vereintes Volk.

Amerika – das Land und die Menschen dort, hatten für mich immer eine „together we are strong“-Haltung, einen Hauch der Unantastbarkeit, der inneren Stärke. Klingt schwärmerisch, oder? Ja, ich weiß, dass das Land immer schon ein Land war und ist, in dem Rassismus Teil war und ist. Diesen Rassismus haben wir allenfalls verbal erlebt, was für mich dann die Konsequenz hatte, auf weiteren Umgang mit diesen Menschen zu verzichten. Ich weiß auch, dass man keine schwarze Hautfarbe haben darf, wenn man mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Dennoch war das Land, in dem die Bevölkerung, egal wer da regiert hat, gemeinsam durch ein Tal wie das, das wir gerade erleben gehen. Das scheint mir nicht mehr so zu sein. Durch die Gesellschaft verläuft ein tiefer Riss.

D.T. hat keine aufmunternden Worte, dass man gemeinsam, durch diese Pandemie gehen wird, hatte keine einenden Worte nach dem Tod von George Floyd gefunden, eher im Gegenteil, auch hier spaltete er. Wir waren, vor vielen Jahren schon, in den USA gewesen, haben ein freundliches, offenes Volk getroffen, von dem ich das heute nicht mehr beurteilen kann. Viel ist inzwischen geschehen, zu viel.

Ihm scheint es egal zu sein, ob das Land im Chaos versinkt oder nicht. Vielleicht folgt er auch nur einer großen Taktik, die niemand nachvollziehen kann, um die Wahl im November zu gewinnen: Verursache das größtmögliche Chaos, um es dann als Held der Nation zu lösen. So beteuert er immer wieder, dass er einen „big job“ bezogen auf Covid 19 gemacht hat. Hmm, die Zahl der Neuinfektionen jetzt und die der Toten gerade sprechen eine andere Sprache. Was ist mit den vielen Menschen, die aus der Krankheit Folgeerscheinungen davon tragen werden? Ich würde sagen, dass zwischen egal und sch…egal alles möglich ist. Sorge trägt er für das Volk der USA keine, einzig zwei Dinge interessieren ihn nur: Das Erste ist, dass die Wirtschaft wieder anläuft, das Zweite ist wieder gewählt zu werden. Rechts oder links von seinem Weg ist er blind für das Leid und den Schmerz des amerikanischen Volkes.

Die Maßnahmen, die im Zuge des Lockdowns, der Krise insgesamt getroffen worden waren, müssen alle geprüft werden, wie die Konsequenzen aus den einzelnen Schritten und das ziemlich bald, da wir alle leider davon ausgehen müssen, dass wir eine zweite Welle leben müssen. Geschehnisse, wie sie gerade in Tönnies und anderen Fleischfabriken der Fall sind, lehrt uns, darauf zu achten, dass alle Arten der Produktion Gefahrenherde für eine Vervielfältigung sein können. Parties dicht an dicht, egal ob zu Land oder zu Wasser gefährden das Leben anderer. Nein, ich bin sicher kein Spaßverderber, aber ich liebe das Leben und habe noch nicht so bald vor mich davonzustehlen.

Ich wünsche ein schönes Wochenende für alle, lasst es Euch gut gehen und: Paßt auf euch auf!

Immer noch: #stayathome

Rund 83 Millionen Menschen leben in Deutschland. Viele davon im Shut-down. Noch haben wir den Turn-around-Punkt, den Peak, den Gipfel nicht erreicht. Erst dann, wenn die Zahl der Neuerkrankungen beginnt dauerhaft zu sinken, immer weniger zu werden, könnten wir die erste Welle überwunden haben. Machen wir uns nichts vor, es ist die erste Welle von einigen. Es ist verflixt, dass ein solche kleines, für das bloße Auge nicht sichtbare Etwas, dieses Virus uns das Leben so schwer macht. Dabei kommt der Frühling immer näher. Allerdings fürchte ich, dass es sich nicht darum schert, ob wir gerade Frühling, Sommer oder Herbst haben.

Gleich vorweg, ich kann mit Verschwörungstheorien an der Stelle nichts anfangen, auch nicht mit Ausdrücken wie China-Virus, oder Wuhan-Virus, auch dann nicht, wenn das Virus dort seinen Ursprung hat. Wissenschaftler haben eine Ahnung, woher es kam, wie es übertragen wurde. Okay, es gibt zwei Theorien, aber bei keiner kann man Boshaftigkeit unterstellen. Sachlich bleiben, auch wenn es total nervig ist, zu Hause zu bleiben. Meine Töchter übernehmen seit gestern unseren Einkauf und den für meine Mama, ihre Oma, die obwohl sie in einer Seniorenresidenz lebt, gerne ihr Glas Wein am Abend trinkt, ab und an etwas Süßes mag. Sie ist 93 Jahre alt und soll ihre liebgewonnenen Gewohnheiten behalten. Ich danke meinen Töchtern, dass sie uns versorgen, jetzt, da wir auf den „Peak der Pandemie“ hier zusteuern. Dank Euch!

Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man durch die Straßen hier läuft, im Supermarkt Einkäufe erledigt. Ja, man hält Abstand, aber irgendwo zwischen Mehl, das es nicht gibt und gemahlenen Mandeln wird das für einen Moment vergessen und man kommt sich nahe, näher als man denkt, als man zur Zeit möchte. Wir haben noch nicht ganz eine Woche hinter uns gebracht. Wobei so ganz stimmt das noch nicht, es wären zwei, aber da es immer noch Partys, Feiern und sonstige Zusammenkünfte gegeben hat, hat sie der Hausarrest verlängert. Okay, die Kanzlerin teilt das gerade mit uns. Sie hatte Kontakt und arbeitet seit vergangenem Sonntag einsam in Selbstquarantäne.

Ich wünsche ihr, dass sie keinen Infekt bekommt, weil sie älter als 60 alt ist und somit zu der Risikogruppe gehört, zugegeben, ich bin nicht frei von diesen Gedanken, dem einen oder anderen etwas mehr als Fieber zu wünschen. So viel, dass es ihn umhaut, aber keineswegs tötet. Das wäre nicht ich. Leben und leben lassen ist immer meine Devise. Es gibt da eine ganze Reihe von Staatsmännern, deren Maßnahmen gegen das Virus und für die Menschen, die sie gewählt haben und sich ihnen somit anvertraut haben, zu spät kamen, deren späte Einsicht Menschenleben kosten wird. Das ist einfach so.

In einer Pressemeldung vom 10. Januar dieses Jahres gab die WHO bekannt, dass China am 31.12.2019 die Existenz des Virus erklärt hat. Keiner dieser Staatsmänner kann mir erklären, dass er nichts davon wusste, zumal die Social Mediakanäle an der Stelle schon sehr aktiv Nachrichten darüber verbreitet haben und wir alle via TV erfahren haben, womit, oder besser, wogegen China kämpft. Aber, ich wette, dass das die meisten Regierenden aller Länder gedacht haben, dass China weit weg ist. Pustekuchen! China ist näher als gedacht, im Grunde ist es um die Ecke. Am 28. Januar wurde der erste Corona-Fall in Bayern bestätigt. Das war in sich noch kein Problem, durch die Kommunikation mit China, war bekannt, dass dieses Virus hochinfektiös ist. Die Kontaktwege waren verfolgt worden und ein Ausbruch der Erkrankung konnte verhindert werden. Am 26.02., passenderweise Aschermittwoch, zeigte sich Corona in Heinsberg, welches zu einem Hotspot wurde, zumal der Erkrankte mit seiner Ehefrau, die ebenfalls infiziert gewesen war, nicht nur zum Karneval gewesen war, sondern davor oder danach auch noch im Tropical Island in Brandenburg gewesen war. Das Paar war in China, dann in Italien gewesen. Was soll man noch dazu sagen? Das war wohl des Guten zu viel, auch wenn zu diesem Moment die Epidemie für eine kurze Zeit noch unter Kontrolle gehalten werden konnte. Dann kamen die Urlauber aus Österreich zurück. Ski heil! Kann man dazu nur sagen, es war ihnen trotzdem gegönnt. Von nun an wurde es etwas schwieriger, Kontakte nachzuverfolgen, und Heinsberg wurde zu einem Hotspot. Gefolgt von Bayern und Baden Württemberg.

Am 13.02. haben die Gesundheitsminister in Brüssel wegen der drohenden Gefahr durch Covid 19 getagt. Aber: Bereits am 10.01.2020, dem Tag an dem die WHO ein Statement abgegeben hat, hat die Berliner Firma TIB Molbiol Testkits, die sie auf der Basis von aus China übermittelten Material, per Luftpost nach China geschickt (Quelle Tagesspiegel vom 06.03.2020). Also muss davon ausgegangen werden, dass das BMG sehr und sehr viel früher wohl unterrichtet gewesen war. Das soll kein Vorwurf sein, keineswegs. Ab wann der Bundesgesundheitsminister sich um die drohende Krise gekümmert hat, werden wir wohl nie gesichert erfahren. Es gibt im Übrigen einen Pandemieplan, der immer wieder überarbeitet wird. Dieser ist allenfalls allgemeingültig, wobei das Covid 19 alles bisher Dagewesene oder erdachte sprengt, auch das muss man bemerken. Bundesminister Spahn hat dann eine Menge bewegt, das muss ich zugeben, auch wenn ich zu manch einem seiner Gesetze seine größte Gegnerin bin. Er musste das ausbügeln, was wir seit Jahren bereits wissen: Unser Gesundheitssystem krankt und das nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren.

Fangen wir bei den niedergelassenen Ärzten, vor allem den Hausärzten an: Sie bekommen eine Pauschale für die Behandlung ihrer Patienten, diese aber nicht pro Besuch oder pro Monat, nein, sondern pro Quartal. Gebt mal eurem Installateur 50,00 Euro, die Ärzte bekommen weniger, und erklärt dem Mann, das sei der Lohn für ein Quartal und er müsse dafür aber immer dann kommen, wann er gerufen wird. Das ist ein Unding. Sicher wissen wir, dass auch mal abgerechnet wurde, was nicht erbracht worden war, schwarze Schafe gibt es überall, aber das ist eine unsinnige Kollektivstrafe. Spaß macht das dann auch nicht. Das ist nur ein Spot, was die Bezahlung der niedergelassenen Ärzte angeht, das geht noch schlimmer.

Gehen wir zu den Krankenhäusern über. Diese wurden während der Zeit, in der Seehofer Gesundheitsminister gewesen war, zum größten Teil privatisiert, mit dem Erfolg, dass sie nur noch erfolgsorientiert arbeiten, weil sie für die Gesellschafter Gewinne erwirtschaften müssen. Knieoperationen oder neue Hüften sind nun mehr an der Tagesordnung, als dies vielleicht wirklich notwendig ist. Dazu kommt, dass kein Krankenhaus mehr aus Kostengründen, Vorräte vorhält und Mangel mit Sicherheit kein Fremdwort ist. Es ist auch in der Industrie so, dass es keine Lager mehr gibt. Alles muss irgendwo bestellt werden, vielleicht werden wir das, gerade in dieser Krise noch bereuen, wer weiß das schon. So wundert es nicht, dass es Engpässe bei Schutzkleidung gibt.

Sicher Deutschland hat dringend benötigte Atemschutzmasken nach China geliefert, aber ich bin mir sicher, dass China daran interessiert ist, diese so schnell es geht zurückzugeben. Wenn wir gerade zu Wuhan zurückgekehrt sind, so sollte man heute beachten, dass durch die Auslagerung der Medikamentenproduktion es im zweiten und dritten Quartal erwartungsgemäß zu Lieferengpässen von Medikamenten kommen wird. Das ist ein Engpass, den es so niemals hätte geben dürfen. Wie kann es sein, dass die EU, denn es trifft alle europäischen Länder, es zulässt, dass nahezu alle wichtigen Medikamente in Länder gegeben wird, die uns so den Hahn an lebenswichtigen Medikamenten abdrehen können. Das muss dringend geändert werden und nicht erst übermorgen, am besten damit in der Krise beginnen.

Die Privatisierung der Krankenhäuser hat zusätzlich mit sich gebracht, dass an Personal gespart worden ist und immer noch wird und nach der Krise wieder werden wird. Es ist kein Highlight einen ausübenden Beruf in der Krankenpflege zu haben, weder als Frau noch als Mann: Bezahlung mies, Arbeitsbedingungen noch mieser. Nur mal eine Zahl, wenn eine Station voll ist, dann kann es durchaus passieren, dass auf eine Krankenschwester oder einen Krankenpfleger fünfzehn Patienten und mehr kommen. Das sind nicht ausschließlich pflegeleichte Fälle, die versorgt werden müssen, sondern eher Menschen, die intensiver Betreuung bedürfen.

Das sind nur einige Punkte, die zeigen wie krank unser Gesundheitssystem ist, dennoch waren wir all die Jahre über mit allem, auch Intensivbetten gut ausgestattet. Dennoch haben wir eins der besten Gesundheitssysteme der Welt, aber es könnte noch besser sein. Dennoch sind wir mit dieser Voraussetzung in die Pandemie gesteuert. Ich will nicht sagen, dass unser System das nicht woppen kann, aber es wird trotzdem schwer werden, da niemand die Entwicklung voraussagen kann und wann der „Peak“ erreicht sein wird. Aber und das ist etwas, das mir unglaublich gefällt: Alle Politiker, ausnahmslos alle, ziehen an einem Strang. Natürlich wird es nach der Krise Kritik hageln und es muss auch einiges aufgearbeitet werden, das darf man in einer Demokratie erwarten, aber heute nicht und morgen nicht gleich. Das ist in Ordnung so. Wir können das packen, aber nur, wenn alle auf einer Seite stehen. Ich möchte den viel geschmähten Satz an dieser Stelle schreiben: „Wir schaffen das!“.

Trotzdem geht uns noch gut. Ich verfolge täglich, was soll ich sonst auch tun, verschiedene Pressekonferenzen, so auch die des „Govenors Andrew Cuomo des amerikanischen Bundesstaates New York “. Er ist nicht gerade zu beneiden, da New York, diese wunderbare Stadt, auf eine Katastrophe zuläuft, die ihresgleichen suchen wird. Ein paar Zahlen, was weltweit los ist. Zu diesem Moment, da ich das schreibe, gibt die John-Hopkins-Universität diese Zahlen auf ihrem Dashboard bekannt: 606 975 Menschen sind infiziert. Allein 104 827 davon in den USA, 1711 Menschen sind dort an dem Virus verstorben, in Italien, ich weine mit den Menschen dort, die das Leid in diesem wunderbaren Land tragen müssen, sind aktuell 86.498 Menschen infiziert, 9.134 sind verstorben, Spanien folgt mit inzwischen 65.719 und 5.138 Verstorbenen und das Ende ist nicht in Sicht. In keinem Land ist ein Ende der Pandemie wirklich in Sicht. Auch nicht in China, dessen Zahlen ich nicht trauen kann, die Rate der Infizierten, wie die der Verstorbenen, wird deutlich höher sein. Es gibt nichts, was wir der Krankheit entgegenstellen können. Wir sind alle so machtlos.

Dennoch China und Taiwan haben den Weg gezeigt: Konsequentes „shut down“, Infizierte und Kontaktpersonen sofort in Quarantäne, nur so geht das. Es gibt hierzulande Menschen, die aus ihrer verordneten Quarantäne abhauen, nicht anzutreffen sind, wenn die Kontrolle kommt. Herrgott, das ist kein Spiel. Na ja, wenn Präsidenten großer Länder sich weigern den Tatsachen ins Auge zu sehen, wie sollen Bürger die Ernsthaftigkeit der Lage einschätzen können. In Brasilien, Präsident Bolsonaro tut das ab, in Großbritannien hat Boris Johnson sehr lange gezögert, Maßnahmen zu ergreifen. Okay, nun er sich infiziert und ist nun mit leichten Symptomen in Quarantäne. Wobei es nicht bei leichten Symptomen bleiben muss. Diese Infektion kann nach einem zunächst leichten Verlauf, schlagartig einen Weg zur Intensivstation nehmen. Das braucht kein Mensch. Leider gehört auch Donald Trump zu jenen, die das auf die leichte Schulter genommen haben. Er sagte zu Beginn der Bedrohung, dass das Virus mit Sicherheit genauso schnell verschwindet, wie es gekommen ist. Das wird es nicht, es wird für immer da sein.

Ich kann ihn nicht verstehen, auch wenn in den USA Wahlkampf ist. Er erklärt, dass der eine oder andere Gouverneur von Bundesstaaten einen schlechten Job macht, wenn die Fallzahlen dort steigen, erklärt aber mit gleichem Atemzug, dass er sich darüber freuen würde, wenn Ostersonntag die Wirtschaft wieder laufen würde. Er sagt, es können ja jene arbeiten gehen, die mit dem Infekt durch sind, oder die jung sind. Er sagt aber auch und das finde ich sehr despektierlich, dass die Alten, die Teil der Risikogruppen sind, einem laufenden, funktionierenden, erfolgreichen Amerika bestimmt nicht im Weg stehen möchten. Das geht gar nicht, das ist nicht der Geist des Amerikas, das ich kenne.

Es gibt hierzulande Stimmen, die verlangen, dass der Ausstieg für den Wiedereinstieg geplant werden muss. Klar muss er das. Aber zuerst muss das jedes Unternehmen selbst für sich organisieren. Es muss der Staat gucken, wie unser Land wieder auf die Beine gestellt werden kann, keine Frage, aber nur quatschen hilft nicht. Der Vorstandsvorsitzende von VW äußerte sich hierzu bei Markus Lanz dahingehend, dass das Unternehmen sich bereits darüber Gedanken macht, wie es den Wiedereinstieg so gestalten kann, dass die Arbeitnehmer auch während der Arbeitszeit geschützt werden können. Nicht laut nach einem Plan rufen, sondern selbst an einem basteln, um zur Stunde Null bereit zu sein. Das hat mein Land immer schon ausgezeichnet, nicht kleckern, sondern klotzen,

Verärgert bin über Äußerungen, wie sie Dietmar Gabriel gemacht hat: Die EU werde zerfallen. Okay, ich gebe zu, dass ich überzeugte Europäerin bin. Ich gebe aber auch zu, dass ich nicht immer glücklich bin, dass es Länder gibt, deren Staatsoberhäupter totalitäre Anwandlungen haben und die besser gehen würden. Aber ich glaube auch daran, dass sich Europa, trotz des Einigelns der Staaten, wieder berappeln wird und aus dem, was hier gerade läuft, lernt. Wir können nicht als einzelne Staaten überleben, was wir bald an Großbritannien sehen werden. Gerade lese ich, dass sich Friedrich Merz, ebenfalls infiziert, zu Wort gemeldet hat. Sein Orakel „Die Welt wird eine andere sein.“ Brauchen wir nicht, um das selbst zu wissen. Vergessen wir nicht, dass er gerne Kanzler werden möchte, was der Himmel hoffentlich verhüten mag. Bei ihm bin ich mir nicht sicher, ob er nicht bei den kleinsten Problemen wieder wegläuft, wie er das so gerne tut. Sorry, aber er ist kein Krisenmanager und somit ist er auch kein Kanzler für unser Land. Ich finde das höchst verwerflich sich jetzt so zu äußern. Da lobe ich mir Markus Söder, der als Politiker eigentlich so gar nicht Fall bislang gewesen war, der Mann hat zugepackt, auch wenn er Bayern zwei Tage vor den anderen in den shut down geschickt hat, er war da, er hat die Kritik ausgehalten und ist nicht weggelaufen. Natürlich wird die Welt eine andere sein. Nein, nicht die Welt, vielleicht aber die Menschen, weil sie erfahren haben, dass niemand alleine kann, dass alles nur gemeinsam geht. Dass man gemeinsam vorsorgen muss. Ich weiß, das klingt nach Träumerei. Aber vielleicht werden Probleme angepackt und gelöst werden können, die heute noch unlösbar erschienen und wir, positiv betrachtet, bislang nur träumen konnten.

Heute werden sechs weitere, beatmete Corona Patienten nach Deutland geholt. Bleibt zu Hause, damit wir mehr helfen können, lasst uns unser Herz zeigen. Das lässt doch auf Europa hoffen, auf offene Grenzen. Italien wird ein anderes Italien sein, ebenso wie Spanien, Frankreich und jedes andere Land auch. Auch mein Land wird ein anderes sein, wenn wir da durch sind.

Wir alle sind uns unserer Verletzlichkeit bewusst geworden, dass Familien nichts ohne einander sind, dass Nachbarn nichts ohne einander sind, dass der Staat nichts ohne seine Bürger ist, dass Bürger aber auch nichts ohne ihre Regierung sind, dass Politiker auch mal gemeinsam an einem Strang ziehen können, egal zu welcher Partei sie auch immer gehören. Wir lernen, dass wir auch Kontinent übergreifend zusammen arbeiten können, dass gerade alle Pharmaunternehmen an einem Impfstoff arbeiten für alle, sich austauschen. Na gut, fast alle. Die Tests, um das Virus testen zu können, arbeiten immer besser, immer zuverlässiger und hoffentlich gibt es bald einen, den wir zu Hause einsetzen können, denn meine Kinder und Enkelkinder fehlen mir so sehr. Es ist nicht so, dass wir uns täglich gesehen haben, aber immer dann, wenn wir das wollten, konnten wir uns treffen. Meine Freunde fehlen mir auch, es fehlt mir einfach der direkte Umgang mit euch allen! Aber ich halte durch! Wir halten durch!

stayathome #staythefuckhome #wirpackendas #gemeinsamsindwirstark #daswirgefühl

Viele arbeiten für uns, müssen täglich raus. Tut etwas für sie und bleibt zu Hause. Passt auf Euch auf! Laßt es Euch gut gehen.

Unsere Zeit

Jeden Blogbeitrag könnte ich mit „Im Moment …“ beginnen. Ich habe das Empfinden, dass wir lange sehr ruhig gelebt haben und nun ein Füllhorn mit Schrott über uns ausgeleert wird. Das ist aber keineswegs fremdgesteuert, sondern hausgemacht. Zu lange haben wir mit verschränkten Händen über dem Bauch auf unserem Sofa gesessen, die anderen werden das schon richten.

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