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Artikel-Schlagworte: „katholisch“

Missbraucht, vergewaltigt und vergessen

Die katholische Kirche … so so. Sie sagte Missbrauch den Kampf durch seine Aufdeckung an, ihn als solches zu behandeln und die Täter zu finden und zukünftig im Ansatz zu bekämpfen. Es wäre gemein, alle jene, die für diese Institution redlich und ehrlich arbeiten über einen Kamm zu scheren, das darf nicht sein, aber dennoch wer bleibt mit diesem Wissen, als wäre nichts geschehen Mitglied?

Ich bin Mutter von zwei tollen Töchtern, einem wunderbaren Sternenkind, Oma von drei liebenswerten, süßen Enkelkindern. Mein Herz wäre gebrochen, wenn eins meiner Kinder missbraucht worden wäre und nur der Gedanke daran, dass eins meiner Enkelkinder, egal von wem auch immer, missbraucht werden könnte … nein, ich möchte das nicht zu Ende denken.

Ich verstehe nicht, warum ein erwachsener Mann sich ein Kind, das schutzlos, das gegen ihn chancenlos ist, nimmt, es missbraucht und verletzt. Sind all diese Männer krank im Hirn? Treibt Priester das Zölibat zu sexuellen Handlungen an Kindern? Sie haben sich den Weg der Kirche selbst gewählt und es wäre irgendwie falsch das anzunehmen. Es gibt genug Männer, die keine Priester sind und die Kindern Gewalt antun. Es gibt auch ausreichend jugendliche Männer, die sich vergreifen. Es ist vollkommen egal, wie alt ein Mann ist, was er von Beruf ist, ob er groß oder klein ist, wenn er sich Kinder greift und sich an ihnen vergeht, zerstört er ein Leben, nimmt seinem Opfer alles, was die Natur an Urinstinkt mitgegeben hat, was Eltern und alle, die ihm wohl gesonnen sind, gefestigt haben: den Glauben und das Vertrauen in Menschen. Sie zerstören ihre Seelen und oft genug ihre Körper.

Wir alle wissen, dass die katholische Kirche gerne den Mantel der Vergessenheit darüber ausbreiten würde, doch das darf nicht geschehen. Nicht, um ihr Schaden zuzufügen, sondern um der Opfer Willen. Sie und ihre Belange stehen im Vordergrund, nicht der Täter. Sie sollen erfahren, dass das Gesetz auf ihrer Seite steht und nicht Milde walten lässt, weil der Täter ein „belastetes“ Leben hatte. Die Opfer müssen erfahren, dass sie den schweren Weg des Verarbeitens nicht alleine gehen müssen. Jeder Missbrauch eines Kindes, eines Menschen tötet eine Seele.

Ich habe in diesem Thema während der letzten Monate recherchiert, nicht wegen der Geschehnisse in der katholischen Kirche. Kaum jemand kennt die Folgen einer Vergewaltigung, eines Missbrauchs bei Kindern. Sie werden es ihre Leben lang nicht vergessen können, sind für immer gezeichnet. Die Schmach, die ihnen angetan worden ist, will nicht vergehen. Sie fühlen sich schmutzig, schämen sich, glauben, dass man sich von ihnen abwendet, wenn man erst erfährt, was ihnen widerfahren ist. Sie können sich nicht wehren, wie sollen sie das auch, deswegen fühlen sie sich schwach, glauben, Menschen, die sie lieben enttäuscht zu haben. Ihr Selbstwertgefühl kann sich nicht entwickeln und sie geben sich selbst die Schuld an dem Geschehenen. Sie verdrängen und verarbeiten nicht, sie lernen nicht, dass der Täter dasSChwein ist und nicht sie selbst. Ihre Seele gleicht einem brodelnden Vulkan des Vergessens auf dem lediglich ein loser Deckel aufliegt. Nur das hilft nichts. Irgendwann, wenn jemand nur ein klein wenig an diesen Vulkan stößt, wenn es ein Lebensereignis gibt, das schwer zu leben ist, bricht er aus. Keine Seele kann das aushalten, ein Leben lang schweigend zu leiden.

Sie können nicht darüber reden, denn in ihrem Kopf wird die Stimme des Vergewaltigers laut ‚Wehe, wenn du etwas sagst, dann bringe ich dich um.‘. Das hören sie, Ängste leben auf, die sie längst schon vergessen glaubten. Verdrängen ist nicht verarbeiten. Sie machen den Vergewaltiger zum Opfer, geben sich selbst die Schuld. Wir sind es gewohnt, dass in den Medien mehr über die Täter als die Opfer geschrieben wird. Warum? Wir wollen verstehen, weshalb er/sie das getan hat. Müssen wir das wirklich? Nein, müssen wir nicht, auch ein Richter muss das nicht. Die Opfer leiden, sie tragen keine Schuld an den Geschehnissen.

Es gibt kein Argument, das die Strafe für eine solche Tat mildert. Im Gegenteil, bei einer schweren Jungend, sollte dem Täter durch eine lange Strafe Gelegenheit gegeben werden, hinter Gittern via Therapie diese aufzuarbeiten. Sie selbst haben ihren Opfern eine lebenslange Strafe aufgebürdet. Es kann nicht angehen das jugendliche Ersttäter mit einer Bewährungsstrafe davon kommen, das Opfer wird ein Leben lang unter dem, was ihm geschehen ist, leiden, egal ob Junge oder Mädchen, Mann oder Frau. Keine Frau stellt sich gerne hin und sagt lächelnd: „Ja, ich wurde vergewaltigt, missbraucht, na und? Ich wurde dabei schwer verletzt, na und? Ach ja und der Täter tut mir ja so leid.“. Hallo? Nein verdammt, sie haben jedes Recht darauf, dass über den Täter hart geurteilt wird. Das trifft mehr noch die Täter, die unter dem Dach einer Institution vereinigt sind.

Die Aufgabe der Kirche heute ist es, aufzuklären, die Opfer zu entschädigen, die Täter ohne Altersversorgung aus der Kirche werfen und der Justiz zuführen, wobei, wer weiß das schon, lichten sich dann die Reihen kirchlicher Würdenträger in drastischer Art und Weise. Stattdessen, versucht die Kirche indes alles, damit nicht das ganze Ausmaß der Katastrophe an die Öffentlichkeit gerät. Das ist falsch, das ist ein Fehler gegenüber den Opfern. Wie können sie den Opfern in die Augen schauen, während sie die Täter in ihren eigenen Reihen schützen?

Ich bin nicht immer dafür, dass Gesetze aus dem Strafgesetzbuch immer neuen Kritiken ausgesetzt sind, die meisten Strafen sind ausreichend, sofern sie in iher ganzen Härte angewendet werden, aber hier plädiere ich auf ein Straßmaß, ähnlich dem eines Mordes: Die Opfer sind arg- und wehrlos und ihr Inneres wurde ermordet.

Ich persönlich finde dieses Thema sehr belastend, weil wir dem hilflos gegenüber stehen, weil wir nicht wissen, was wir sagen sollen, wenn wir mit einem Opfer konfrontiert werden. Die Medien sind gefragt, sich von den Tätern abzuwenden und den Opfern zuzuwenden.

Seid achtsam, achtet auf unsere Kinder, das höchste Gut, das wir haben, das schwächste, das ubeding geschützt werden muss: Lasst es Euch gut gehen!

Gemischtwaren

Ich habe vergangenen Freitag geschwänzt, keine Zeit zu schreiben. So was kann auch mal vorkommen. Warum keine Zeit? Nun Zwischen dem, was aus der Wohnung meiner Mutter hier herumsteht und dem Schreiben und Ausgehen am Abend standen zwei Zwiebelkuchen. Es ist eindeutig Herbst, Zeit für neuen Wein und Zwiebelkuchen. Es gibt inzwischen unglaublich viele Arten Zwiebelkuchen zuzubereiten, das ist wie beim Kochen von Nudel und Soße, das kann man so unendlich variieren. Was ich absolut nicht mag sind Zwiebelkuchen mit Kümmel, was daran liegt, dass ich Kümmel nicht mag. Diesen Beitrag weiterlesen »