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Terminvergabe

Wir hören davon, lesen darüber, erleben es gelegentlich auch mal selbst und stellen fest, dass da etwas im Gebälk gehörig knirscht. Aber was tun? Schulterzuckend und uns darüber ärgernd müssen wir es hinnehmen. Wovon ich spreche? Ich spreche von dem Verhalten manch niedergelassener Ärzte. Ein Beispiel von dem ich gerade hörte und das einfach und schlicht nur ätzend ist und trifft in dem Fall die Orthopäden, was das Verhalten anderer nicht besser macht. Aber es gibt auch Ausnahmen, das will ich nicht einfach mal so unter den Tisch fallen lassen.

Der Fall: Es wurde ein Termin wegen eines Akutfalls bei einem Orthopäden gesucht. Darüber verging ein halber Tag Telefonzeit und weil Mittwoch war, man sucht sich den Tag ja nicht aus, war dann ab 12 Uhr Ende, sofern überhaupt jemand ans Telefon gegangen war. Eine Praxis erklärte gar keine Akutfälle anzunehmen, die andere versprach einen Termin in sechs Wochen. Ich weiß, dass es bei den Orthopäden extrem ist, auch was die Wartezeit angeht. Da sitzt man sich gelegentlich den Hintern platt, egal, ob Du nun Schmerzen hast und eh kaum sitzen kannst oder nicht. Ich möchte jetzt noch nicht einmal auf die Situation privat und gesetzlich versichert abheben, sondern auf die Überheblichkeit mit der das Personal einschließlich des Orthopäden agieren.

Sagt mal Leute habt ihr vergessen wer Euer Studium finanziert? Die schlappen 30 – 40 Tsd. Euro pro Jahr? Da kommt eben mal bei 4 Studienjahren und eins drangehängt, weil das im ersten Anlauf nicht geklappt hat, ein nettes Sümmchen zusammen. Das habe die Menschen finanziert, die anrufen und nach einem Termin fragen, die Akutfälle sind und Stunden warten müssen. Ja ja, der kleine Mann finanziert das mit seinen Steuergeldern. Der sorgt dafür, dass ihr ausgebildet werdet, aber nicht dass ihr Euch dann später auf Privatversicherten lenzt, sondern, dass ihr Euch Mühe gebt und ihn ordentlich und ohne Überheblichkeit behandelt und auch Euer Personal entsprechend schult nicht arrogant zu sein, Feingefühl für Menschen zu haben, die so von Schmerzen gequält sind.

Denkt mal darüber nach, ob ihr Euch das Studium selbst hättet leisten können? Oder wie ihr das finanziert hättet. Wir lange würdet ihr zurück bezahlen? Hättet ihr dann überhaupt den langen Atem für ein Studium gehabt? Und so schwer ist das auch wieder nicht, es ist machbar, auch ohne 1er-Abi, reine Lernsache. Ja, klar ihr werdet sagen, dass ihr Bafög auch schon zurück bezahlen müsst, dass ihr im Krankenhaus wir Leibeigene schuften musstet, dass ihr und überhaupt die armen seid, die alles ausbade mussten. Wenn dem so ist, dann solltest ihr Eure Patienten mit mehr Achtung und Ehrfurcht behandeln, egal ob Kasse oder Privat. Die Menschen, die zu Euch kommen, die Hilfe brauchen, die sind es alle wert ordentlich und gut behandelt zu werden, vor allem mit Achtung und Respekt. Bringt das auch Euren Mitarbeitern bei, erklärt ihnen, dass sie selbst diese Stelle nicht hätten, wären die Steuergelder nicht da gewesen. 41 Milliarden unserer Steuergelder wurden 2010 in die Hochschulen gegeben, nur mal so noch eine Zahl am Ende des Artikels.

Natürlich gibt es auch tolle Ärzte, die nicht nur Mediziner, sondern auch Menschen sind. Es gibt sie, die sich einsetzen, die sich kümmern und die da sind, wenn man sie braucht.  Die meine ich mit meinem Artikel nicht, das wissen sie. Ich hoffe es geht Euch allen gut und ihr müsst keinen Arzt aufsuchen, genießt die Zeit, macht einen Spaziergang bevor es morgen wieder kälter werden wird und vor allem: Laßt es Euch gut gehen.

 

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