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To do or not to do

Irgendwann ist es im Leben eines jeden Menschen soweit: Er braucht sie unbedingt. Sie sind unabdingbar. Strategen nutzen sie früh, für Geordnete und Wohlorganisierte sind sie Leitfaden durch den Tag. Bei manchen sind sie unglaublich lang, andere sind schlauer und nehmen sich in den Tag hinein nur die kurzen mit. So langsam aber sicher ist es soweit: Ich werde sie, darauf achtend, dass sie erträglich bleiben, einführen.

Coach für Notfälle, Organisierte und die Schlauen schreiben sich täglich ihre „to-do-Liste“. Ich nicht, oder sagen wir mal ziemlich selten. Ich habe es nicht gebraucht, weil ich so ziemlich alles im Kopf hatte und das, was ich vergessen hatte, war so oder so nicht wichtig. Ich meine, wenn ich an der Kasse im Supermarkt stehe, dann weiß ich ungefähr wie viel ich zu bezahlen habe. Also wenn ich für 10 Euro einkaufe, dann kann das keine 100 Euro kosten, vereinfacht ausgedrückt. Doch wirklich, ich überschlage immer, wenn ich einkaufe wie viel ich im Wagen habe und ich nehme weder Karte noch viel Geld mit, was zu maßvollem Einkauf zwingt. Wenn man sich an seinem Zettel orientiert, dann kann auch nichts passieren. Aber natürlich weiß ich als Frau was in meinen Vorratsschränken ist – meistens jedenfalls – und was ich einkaufen muss, das auch mal nicht auf dem Zettel steht. Das ist bei jedem Einkauf so, denn es steht ja nur das auf dem Zettel, was wirklich wichtig ist, das andere, das langsam zur Neige geht, hat Frau im Kopf. Oder nicht? Witzig sind dann immer die Paare, wo die Frau noch fix im Supermarkt Speisestärke kaufen muss und ihr dann noch einfällt, dass die Nudeln auch noch ausgehen. Ihr solltet die Kerle hören, die da hinterher dackeln. Die verstehen das einfach nicht, dass wir das im Kopf haben und nicht immer zetteln müssen.

Die „to-do-Liste“ ist aber etwas vollkommen anderes. Ich schreibe diese dann, wenn es gefährlich werden könnte etwas zu vergessen. Das wäre dann nicht so prickelnd. Darüber kann man dann nicht lachen, wenn etwas durch die Lappen geht nur weil man zu sehr mit anderem beschäftigt ist. Diese „to-do-Listen“ haben auch eine Tücke, die können ordentlich unter Druck setzen, denn wenn ich zum Beispiel etwas länger mit einem Projekt beschäftigt bin, als ich das geplant habe, dann gerät diese ganze Liste ins Wanken. Beispiel ich habe 5 Positionen auf einer Liste stehen, davon sind zwei mit hohem Aufwand belegt und drei könnten so zwischen durch laufen, eine davon hat aber Termin. Dann macht das doch Sinn, wenn man die mit Termin in einer anderen Farbe schreibt, dass das ins Auge fällt, wenn man auf die Liste guckt, oder wenn man um 15 mit irgendwem telefonieren will, dann nutzt man die Elektronik und setzt das in seine Liste und lässt sich anmeckern. Aber davon bin ich noch nicht Freundin. Das geht noch gar nicht, da ziehe ich die gute alte Zettelmethode vor. Ich hasse es einfach von allen möglichen Geräten ständig angepiept zu werden, weil ich keine Ahnung was machen soll. Nö, das will ich nich. Natürlich nutze ich es, wenn es ganz wichtig ist, keine Frage, dann aber doppelt und dreifach, dass nur nichts versäume auch wenn ich eben mal aus dem Zimmer bin. Fakt aber ist, diese und nächste Woche muss ich die „to-do-Liste“ installieren, da darf mir nichts durch die Lappen gehen.

Achtet darauf, dass Euch Eure Listen nicht erschlagen, denn das kann richtig frustrierend sein, wenn unten immer mehr dazu kommt und oben einfach nix verschwindet. Da hilft nur Neues auf neue Listen zu schreiben und spätestens am Abend gucken was man delegieren oder noch besser streichen kann. Es macht keinen Sinn ewig lange Liste zu kreieren, das macht weder wichtiger, noch interessanter. Ich kenne da ein paar Pappkameraden, die glauben, dass sie dadurch glauben wichtiger zu sein, weil sie hier und da und dort und eine Liste so lang wie der Rhein haben. Das sind arme Hemden, die brauchen das, weil sie sonst nichts haben um aufzufallen. Mal etwas zu vergessen ist menschlich, das kann durchaus sympathisch machen, wenn das ansonsten im Griff hat: Laßt es Euch gut gehen.

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