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Veganer, Vegetarier und Fleischesser

Das sind Themen, die wir nicht gerne anpacken, aber wenn, dann spalten sie die Nation, den Freundeskreis, die Foren im Internet. Es sind die ewig gleichen Diskussionen um Raucher/Nichtraucher, Fleischesser/Vegetarier/Veganer und es sind die ewig gleichen Attacken, die ewig gleichen Argumente. Ich bin manchmal sehr diskussionsfreudig, das muss ich schon zugeben, wobei mit zunehmendem Alter ich öfter denke „Rutsch mir doch den Buckel runter!“, was soll das? Aber leider lasse ich mich da immer wieder einfangen, nicht immer wegen des Inhalts, sondern auch weil ich mich darüber ärgere wie sie geführt werden und das reizt mich dann und dann kann ich auch verbal ordentlich austeilen, wenn ich eingesteckt habe. Am Ende wird mir Eiseskälte unterstellt, aber ok damit kann ich leben, weil ich weiß, dass es nicht so ist, denn ist dazu etwas zu sagen obwohl ich darüber nur lächeln kann.

Was mich aber bei diesen Grundsatzdiskussionen ärgert, sind diese ewigen Schuldzuweisungen, dass die einen die Bösen sind, die anderen aber die Guten, die Reinen. In der Politik ist das nicht anders, doch wirklich das ist ätzend, da wird immer auf den politischen Gegner eingeprügelt, anstatt einfach nur darzustellen wie man es besser machen könnte. Das finde ich ätzend. Ihr merkt schon ich habe mich auf eine Diskussion eingelassen. Idiotischerweise. So ganz unverträumt, was sich vielleicht positiv verändern könnte, neige ich auch dazu die Fakten zu nennen, ganz klar und ohne Schnörkel. Um was ging es, es ging um Fleischessen, das Vegetarierdasein und Veganer. Der Ernährungskomplex insgesamt. Vorweg, es muss jeder so leben wie er denkt, dass es gut ist. Ich weiß, dass sehr viele Menschen zu Vegetarier werden, nachdem sie im Fernsehen Berichte über das Leid der Schlachttiere gesehen haben. Das ist in Ordnung, das ist gut so. Es geht ganz sicher auch anders und ich meine schon, dass man der Fleischmafia ordentlich auf die Füsse treten muss, dass Tiere nur des billigeren Schlachtens in fernen Ländern wegen, nicht über unnötige Strecken transportiert werden dürfen.  Ohne Hintertür muss gelten dort wo das Tier aufwächst, dort muss es auch geschlachtet werden. Aber reicht es Vegetarier zu werden? Oder weil einem die Hühnerhaltung auch gegen den Strich geht Veganer? Reicht das wirklich? Würde vielleicht reichen. Ich hege Hochachtung für diejenigen, die das durchziehen können. Aber es geht gar nicht mit den Fingern auf die Fleischesser zu zeigen und zu sagen nun richtet ihr das aber, wie ziehen uns aus der Verantwortung, weil wir essen ja gar kein Fleisch mehr.  Das nenne ich, sich aus der Verantwortung stehlen, sollen sie das den Tieren sagen: Geht zu den Fleischessen und klagt denen Euer Leid. Halt! Stop! Bevor ihr nun über mich herfallt, möchte ich das erklären, weshalb ich so darüber denke.

Ich habe zum Beispiel das Argument gehört, dass das, was an Futter an Nutztiere verfüttert wird, die wir letztendlich auf dem Teller liegen haben, an die dort hungernden Kinder und Erwachsenen verteilt wird, es dort keinen Hunger mehr geben wird. Der Gedanke ist gut, aber diejenigen, die diese Felder bestellen werden das nicht tun, weil sie daran nichts verdienen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Menschen dort das Einkommen haben, dass sie sich, wenn die Massentierhaltung wegfällt, dann was dann nicht mehr verfüttert wird als Nahrung kaufen können. Der Bauer ist kein Wohltätigkeitsinstitut, dass er seine Ware verschenken wird und wenn er seinen Ertrag nicht verkaufen kann, dann wird er die Felder anders bepflanzen und zwar so, dass er den möglichst größten Profit erwirtschaften wird. Ein schöner Traum, wenn die Kinder satt werden würden, aber eben nur ein Traum. Das klingt natürlich eiskalt, aber hat uns die Vergangenheit nicht gelehrt, dass es genau so ist? Das ist natürlich blöd, weil das Argument wegfällt, dass Fleischesser daran die „Schuld“ tragen, dass Kinder Hunger leiden müssen, weil das was diese kleinen hungernden Wesen essen könnten an das Tier, das gegessen wird, verfüttert wird. Bei allen Handlungen, egal was es auch immer ist, gilt immer die Devise „Folge den Spuren des Geldes“, dann man wird schnell verstehen was da geschieht und warum.

Nehmen wir den nächsten Punkt: Kein Vegetarier, kein Veganer kann sich wirklich sicher sein, dass die Produkte, die er unter seinem Ernährungsaspekt kauft, wirklich die Stoffe, die er nicht haben möchte, nicht enthalten sind. Der Grund ist der, dass niemand mehr weiß was wirklich in der Nahrung drin ist. Makaber daran ist, dass das Stück Steak wirklich Steak ist, aber der Orangensaft/Fruchtsaft Spuren von Tier enthalten kann, nein nicht muss, aber kann und bald das wichtiger werden wird, was nicht auf der Packungsangabe steht. Nein natürlich ist das kein Argument um Tiere Schmerz und Leid auszusetzen. Ich sage es nochmals: Folge den Spuren des Geldes und man wird erkennen, was man gar nicht erkennen will.

Im Alltag tragen wir Lederschuhe, gelegentlich der eine oder andere aus diesem Material Gürtel, Motorradkombis, Frauen wunderschöne Taschen und was nicht noch alles. Nein, das ist kein Grund, dass man die Tiere auch essen muss. Aber es ist schlichtweg so, dass auch dafür Tiere sterben, bzw. zum Teil verwertet werden. Es reicht einfach nicht sich auf das Vegetarierdasein zu berufen, oder Veganer zu sein. Ich meine, dass auch deswegen für Veganer und Vegetarier die Berechtigung entfällt sich wegzudrehen und die Verantwortung für eine ordentliche Tierhaltung mit allem was dazu gehört, kurze Schlachtwege, kein Leiden allein den Fleischessern zu überlassen. Das müssen wir wenn, dann alle gemeinsam tragen, an einem Strang ziehen. Nehmen wir an, wir alle würden kein Fleisch mehr essen. Was passiert dann? Wenn die gesamte Menschheit sich nur noch vegetarisch oder vegan ernähren würde? Was dann? Keine Tierhaltung mehr, rien ne va plus. Was passiert dann? Die Weideflächen, sofern es welche gibt werden brach liegen. Die Anbaugebiete für Futtermittel werden mit fossilen Brennstoffen bepflanzet werden.

In dem Zusammenhang mit der Diskussion habe ich dann einen Link bekommen in dem ein Arzt von 95 Jahren mit bombastigen Cholesterinwerten erklärt hat, dass man diese Werte nur durch vegane Ernährung bekommen kann. Das ist schlichtweg falsch, diese können Fleischesser so auch haben. Es gibt die Milchlüge. Ja die gibt es, aber nur zum Teil, wer das Enzym nicht hat, der wird keine Milch vertragen. Es gibt auch die Ei-Lüge, jeden Tag ein Ei erhöht den Wert auch nicht. Fleisch ist krebsauslösend. Mag sein, oder auch nicht, da spielt auch die Veranlagung eine große Rolle und ob man Fleisch täglich isst und wie zubereitet. Im Moment laufen Studien, die beweisen wollen, dass Kohlehydrate, umgewandelt zu Zucker, die Entstehung und das Wachstum von Tumoren günstig beeinflussen, ich sage es mal salopp Nudeln nix gut sind. Gemüse enthält Pestizide und genmanipuliertes Saatgut schafft eine unumkehrbare Situation in der Landwirtschaft. Fleischessen mag es nicht bringen, keins essen auch nicht. Aufeinander mit den Fingern zeigen ebenfalls nicht und je mehr man als „Gruppen“ untereinander zerstritten ist, desto stärker wird ein potentieller Gegner wie die Lebensmittelindustrie werden, der in aller Ruhe seiner Lobbyarbeit nachgehen kann.  

Anders sähe es aus, wenn alle, na gut fast alle an einem Strang ziehen würden, dann könnte man der Lobby das Leben zumindest schwer machen, könnte gemeinsam Geräte fordern wie sie gerade in der Forschung sind und die anzeigen welches Fleisch und ob in Ordnung in der Packung ist, was nicht unbedingt ein Nachteil für die Nichtfleischesser sein muss. Nicht gegeneinander, auch hier miteinander wäre am Ende für die Nutztierzucht der Weg, der zum Ergebnis führe kann. Am Ende bleibt mir nur festzuhalten, dass ich mit Eiseskälte argumentiert habe. Hmm… die Wahrheit kann manchmal ganz schön kalt sein, vor allem dann, wenn sie nicht den eigenen Träumen entspricht und Sachlichkeit, ohne persönlich zu werden, das ist für mich die Basis einer jeden Diskussion und persönlich wird es dann, wenn die Eiseskälte formuliert für alle zu lesen ist, das tut man einfach nicht, das gehört in private Nachrichten. Ich versuche so gut es geht, sachlich und persönlich in Diskussionen zu trennen. Zugegeben gelingt nicht immer, aber fast immer.

So heute etwas länger, da ich das gesamte Thema der Ernährung als ziemlich kompliziert betrachte und ich glaube, dass ich für mich und das, was ich verzehre, den goldenen Mittelweg gefunden habe. Genießt den Sommer, genießt die Zeit und: Laßt es Euch gut gehen!

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