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Weihnachten ist vorbei, das neue Jahr kommt

Weihnachten ist vorbei, die ersten Bäume liegen traurig am Straßenrand. Da muss es jemand sehr eilig gehabt haben seinen zu entsorgen. Wir waren spät dran einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Gleich unsere erste Anlaufstation wollte für einen Weihnachtsbaum stolze 99,90. Weil der Baum, der uns gefallen hat ein Biobaum war. Biobaum? Hä? Wir entschieden uns gegen einen Biobaum, aber nur weil wir uns spontan entschlossen haben den Baum nicht zu essen.

Wir haben dann beim dritten Anlauf unseren Baum gefunden. Schmal ist er, aber hübsch, gerade gewachsen. Ich mag wohl die dichten, ausladenden Bäume viel lieber, aber sei es drum, der schmale ist in diesem Jahr die geschicktere Wahl.  Unsere Katzen fanden das auch, beschnupperten den vermeintlichen Eindringling, testeten, ob man mit ihm spielen konnte und ignorierten ihn sodann, als sie seine Bewegungslosigkeit bemerkten. Das Lametta war etwas länger im Fokus des Katers, aber auch das war bald erledigt.

Bei den meisten ist die Gans gegessen. Bei uns war es eine Pute, da die Gänseliebhaber eindeutig in der Minderzahl sind. Die Pute, ein stattlich Getier, fand einen lauschig kühlen Platz im Kühlschrank meiner Mutter. Diese wiederum, meine Mutter, nicht die Pute,  holte ich am Heiligen Abend gegen Mittag ab. Sie wohnt nicht weit von uns entfernt. Der Heilige Abend war wie immer ruhig und gediegen. Nach dem Kaffee wurden die Geschenke ausgeteilt. Wir haben das lästige Besorgen von Geschenken in Massen abgeschafft und es durch das Ziehen eines Namens aus einer Strickmütze ersetzt. Das findet Ende November statt. So hat jeder von uns die Aufgabe, für den gezogenen Namen, ein Geschenk im Wert von 30 Euro zu kaufen. Wir haben dabei sehr viel Spaß, da wir ja irgendwie versuchen heraus zu bekommen welchen Namen andere gezogen haben. Nach der Übergabe des Geschenks, eine Weile später gibt es Abendbrot. Spinat ist immer in irgendeiner Art dabei, Lachs auch und Brot.

Am ersten Feiertag machte ich mich gleich nach dem Frühstück  los, wählte eine geschickte Fahrroute, um das zu erledigen was ich erledigen wollte. Ich parkte schließlich den Wagen in der Nähe der Wohnung meiner Mutter, wo ja die Pute wartete. Ich stieg aus und wollte das erste Mal den Fuß- und nicht den Rasenweg nehmen. Dummer Fehler, denn ich machte einen glatten Abgang auf angetautem Eis. Es muss genial ausgesehen haben: ich lag sicherlich waagerecht in der Luft, knallte dann auf die Hüfte, die Schulter, es gab durchaus unangenehme Geräusche und blieb einen kleinen Moment benommen liegen. Die Frau des Ehepaares, das eben in meine Richtig kam, schrie laut auf. Beide wunderten sich als ich regelrecht aufsprang, mich panisch umschaute während mir langsam schwarz vor Augen wurde , ob ich noch mehr Zuschauer hätte. Tief durchatmen, nein, Glück gehabt, sonst niemand da. Dem Ehepaar versichert, dass mir nichts passiert war. Verfluchte Pute! Ich verzichte darauf zu erzählen was mir alles schmerzt und wo ich überall blaue Flecken habe und das obwohl ich nicht dazu neige blaue Flecken zu bekommen.

Egal die Pute musste geholte werden. Ich machte noch einen Umweg über den Friedhof bei meinem Andreas vorbei. Ich begann zu frieren, weil meine Hose genau da, wo ich drauf gefallen war pitschnaß geworden war. Das Ergebnis dieses nassen Exkurses scheint mir zu sein, dass ich nun mit einer dicken fetten Erkältung kämpfe. Der Vorteil ist der, dass ich die Gliederschmerzen der Erkältung mit den gleichen Mitteln gegen die Schmerzen des Sturzes bekämpfen kann. Ich würde mal sagen Glück muss Mensch haben.

Die Pute war dennoch vorzüglich am darauffolgenden zweiten Weihnachtsfeiertag auch. Ich habe ihr verziehen.  Heute ist Sonntag, manche Einkaufscentren haben geöffnet, das KaDeWe nicht, leider.  Also muss ich morgen wieder hin, mich ins Getümmel stürzen, etwas kaufen, das ich letzten Montag gesehen habe und dachte muss ich nicht haben. Heute weiß ich, ich muss es doch haben.

Nächstes Jahr wird es wieder ein Weihnachtsfest geben, leider ohne die verkaufsoffenen  Sonntage, an die ich mich so gewöhnt habe, obwohl ich sie nie genutzt habe. Das Wissen alleine, dass es möglich ist, hat mir gereicht. Es wird sie nicht mehr geben und dass es mehr familiäres gemeinsames Nachdenken über den Sinn der Adventszeit geben wird ist mit Verlaub schlichtweg schwachsinnig.  Es wird so aussehen: zu den verkaufsoffenen Sonntagen sind Familien gemeinsam gegangen, anschließend noch auf den Weihnachtsmarkt und dann nach Hause. Künftig wird das so aussehen: die Kinder werden Fernseher gucken oder am PC spielen, die Erwachsenen werden Fernseher gucken, oder Haushalt machen und das war es dann mit der Besinnlichkeit der Adventssonntage.  Herzlichen Glückwunsch dafür!

All diejenigen, die als Touristen in die Stadt gekommen wären, die werden in andere Städte gehen, deren Läden geöffnet sind. Ich war am 4 Adventssonntag im KaDeWe, bin vom Bahnhof Zoo dorthin gelaufen und habe so viele fremde Sprachen gehört. Das war einfach toll. Das wird es nicht mehr geben. Im Umkehrschluss werden wohl ziemlich viele Menschen mal eben zum Einkaufsbummel mit einem preiswerten Ticket nach London oder Paris fliegen. Das was diese Menschen alle an Geld dagelassen hätten, wird in den Kassen fehlen und als Konsequenz  wird dadurch in der Summe der eine oder andere Arbeitsplatz gefährdet werden. Das erklärt dann mal den Menschen. Tolle Leistung!

Es geht mit riesigen Schritten auf das Ende des Jahres zu und ein neues wird kommen. Was es bringen wird? Lassen wir uns überraschen.

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