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Werbung

Werbung, ein notweniges Übel? Nein, nicht unbedingt. Werbung kann sehr schön sein, wirklich ansprechend, aber auch ätzend langweilig, vor allem dann, wenn schlechte Spots immer und immer wieder zu sehen sind. Das ist dann wie mit den Gesichtern auf den Wahlplakaten, die dem Heimweg säumen: man kann diese Gesichter einfach nicht mehr sehen und ist froh, wenn die Wahl gelaufen ist und die Plakate abgeräumt werden. Manche Werbespots bewerben ein Produkt, bei dem man sich fragt, was der Hersteller sich dabei gedacht hat.

Werbeplakate in Wahlzeiten. Ich frage mich da wirklich ob das sein muss und es würde mich schon interessieren wie viel die Menschen davon wahrnehmen und ob dieses Plakate einen Einfluss haben. Ich finde das immer noch furchtbar und könnte gut darauf verzichten. Allerdings gibt es da ein Plakat von Frau Künast, da frage ich mich jedes Mal, wenn ich vorbei fahre, was man sich dabei gedacht hat dies an den Straßenrand zu stellen: da sieht sie richtig unnatürlich aus, die Art wie hier retuschiert worden ist, gleicht eher einem mißlungenen Lifting. Das muss sie doch im Vorfeld gesehen haben, alles was in die Öffentlichkeit kommt wird ihr vorgelegt, wie kann sie das durchgehen lassen?

Ein Werbespot über den ich mich köstlich amüsieren kann ist, der mit den beiden Kindern, die mit ihren Eltern im Auto fahren und offensichtlich in den Urlaub fahren. Da stimmt einfach alles. Deswegen fahr ich zwar nicht mit der Bahn, aber der Spot ist gelungen.

Wir saßen am Abend vor dem Fernseher und da lief eine Werbung über ein Deo für Männer dessen Wirkung 96 Stunden … Hallo? Wir wäre das mit Wasser dazwischen? Mal nachdenken, da entwickelt eine Firma ein Deo, dessen Wirkung 96 Stunden anhält. 96 Stunden alles klar unter den Achseln. Und der Rest? Zusätzlich impliziert das, dass das Unternehmen davon ausgeht, dass Kerle sich so lange nicht duschen, sonst käme es ja gar nicht auf die Idee ein solches Deo entwickeln zu lassen. Mal abgesehen davon, was die da alles an Chemie reinschütten müssen. In diesem Fall war es nicht der Spot, sondern das Produkt selbst. Ich meine eine Deo ersetzt die Dusche nicht.

Es gibt Spots, da könnte ich schreiend davon laufen. Man sagt eine schlechte Werbung sei besser als gar keine Werbung, aber dem muss ich energisch widersprechen. Wenn eine Werbung erreicht, dass mir niemals in den Sinn käme dieses Produkt zu kaufen, dann hat sie ihr Ziel verfehlt. Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich nur ein kleines Sandkorn in einer großen Eieruhr bin, ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe, aber wenn ich das bewusst so wahrnehme, dann tun das andere unbewusst.  

Es ist nun nicht so, dass ich permanent Werbung schaue, das eher nicht und ich ziehe Fernsehsender vor, deren Filme nicht von Werbepausen unterbrochen werden, aber wenn ich sie schaue, dann kritisch. Werbung in meinem Mailpostfach hasse ich wie die Pest, nur wenn man sich aus einer Liste austragen will, dann habe ich das Gefühl, dass man in tausend anderen Listen zur Strafe landet. Diese Art der Werbung lösche ich ungelesen. Auch klicke ich immer und sofort alle Fenster, die sich zwischen mir und meinem Zielort auftun. Das mag ich einfach nicht haben.

Ich verdamme Werbung nicht, denn gute Werbung ist und bleibt eine Augenweite und es ist dann wirklich schade, wenn gerade Firmen, die immer gute Werbung hatten diese reduzieren oder gar ganz einstellen. Manchmal gibt es aber auch Werbung, die gut ist, die aber dennoch schief geht, so geschehen als Daimler Chrysler in den USA Werbung gemacht hat. Das ist schon Jahre her, aber da spielte in den Spots Dr. Dieter Zetsche mit, der heute Vorstandsvorsitzender ist von Mercedes Benz AG ist. Er trat als Dr.Z auf, der Fragen zu Chrysler beantwortete. Man musste diese Kampagne stoppen, da die Amerikaner Dr. Z für eine Kunstfigur hielten und das mehr schadetet als nutzte. Wir fanden diese Spots übrigens witzig und gelungen.

Man darf gespannt sein, was der Werbebranche noch so alles einfallen wird, womit sie uns nerven oder amüsieren. Egal wie auch immer, missen möchte ich sie nicht.

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