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Wetter, Papst, Kim Dings – alles eine Suppe

Heute mal ein wenig später als gewohnt. Lag am Schnee. Das ist doch die Ausrede zur Zeit schlechthin: „Ich komme erst später weil wegen dem Schnee!“. Das soll so sein. Wenn der Schnee demnächst die Hacke rausmacht oder rein, egal und sich verdünnisiert, also verschwindet, dann könnte das da draußen sich sodann relativ schnell in saftigem Grün zeigen. Wenn dem so wäre, dann könnte ich dem Schnee durchaus verzeihen, dass er uns so lange genervt hat.

Das graue Winter-Berlin ist kein optisches Vergnügen. Das mochte ich noch nie. Das ist in anderen Städten nicht anders, aber trotzdem, ich bleibe dabei, in Berlin ist das Wintergrau ein wenig intensiver, grauer, dunkler als irgendwo in unserem Land. Dementsprechend sind oftmals auch die Menschen gelaunt. Kann man je schon verstehen, irgendwie, aber nicht zwingend. Das ist diese Berliner Schnoddrigkeit sagt man. Muss man dennoch nicht haben, muss nicht sein. Na ja inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, es gefällt mir aber immer noch nicht. Das hatte ich gestern geschrieben, heute schreibe ich noch dazu, dass mich die Kälte langsam aber sicher gewaltig nervt. Aber richtig!

Während wir hier schnattern, machen sich Kardinäle ein schönes Leben um den Papst zu wählen. Ob der Ratzinger sich das anschaut? Vor allem frage ich mich warum man sich das überhaupt antun muss, weshalb die öffentlich-rechtlichen stundenlang live darüber berichten wie die Figuren in der Sixtinischen Kapelle einen Eid über Verschwiegenheit und bla bla ablegen. Ich bin da noch nicht mit mir selbst einig wie ich das finden soll. Das Ergebnis von gestern kennen wir: schwarzer Rauch. Das Wetter in Rom ist übrigens auch nicht gerade berauschend. Da man allgemein davon ausgeht, dass der nächste Papst, der Nachfolger von Benedikt  bis spätestens Freitag gewählt ist, ist das keine spannende Angelegenheit. Was wäre, wenn die Männer einen Papst wählen würden und niemand würde sich dafür interessieren.

Es geht jetzt nicht um Glauben, sondern um die Institution „Kirche“ selbst. Ich finde das recht lax wie sie damit umgehen, was sie in der Vergangenheit verbockt haben. Das gilt für alle Kirchen, aller Glaubensrichtungen, weil keine besser als die andere ist. Alle sind nur so lange barmherzig bis es an die eigene Kutte geht. Zu sagen so sind sie eben finde ich zu einfach, zu lapidar. Ich finde sie alle nicht zeitgemäß, nicht an die Zeit angepasst. In Ordnung, sie müssen nicht jeden Mist mitmachen, aber sie müssen erkennen können, wann es angebracht für Verhütung zu sein und wann nicht. Es wäre auch angebracht zu überdenken, ob ein Zölibat, das keineswegs Bestandteil der Bibel ist, zeitgemäß ist. Es ist nicht mehr zeitgemäß, das eine Religion die andere bekämpft oder nicht mindestens ebenbürtig zu halten. Keinesfalls darf im Namen Gottes oder anderer getötet werden, egal ob direkt durch das Fällen irriger Urteile, Glaubenskriege oder das Hochhalten von Geburtenraten, wenn die Kinder dann verhungern müssen, weil auch die Kirche keine Idee hat wie man sie füttern soll, oder dass sie durch Glaubenskriege, die leider tagtäglich stattfinden, sterben. Sie reden alle von Frieden und meinen damit nicht das, was ich unter Frieden verstehe. Andere reden offen von Krieg, aber ich bin mir sicher, dass kein Mensch, wenn man mit ihnen spricht das gut findet. Und in Nordkorea spielt einer mit Atomwaffen, der das nicht im Namen irgendeines Glaubens tut. Der einzige Grund, den der hat ist Größenwahn, Irrsinn in seinem Kopf. Vielleicht ergibt sich aber dadurch eine Gelegenheit, dass Staaten wie die USA und China miteinander reden, dass sie trotz ihrer Größe und ihrer Macht so nicht zum Spielball eines Irren werden. Irgendwie alles eine irre Suppe, oder? Das in Zeiten, da diese Erde ganz andere Probleme hat. Zum Beispiel Winter bei uns. Ich weiß kein eigentliches Problem, aber das musste bei aller Ernsthaftigkeit jetzt sein.

Hier in Berlin scheint die Sonne, im Grunde das Wetter, dass wir uns alle im Winter, wohlbemerkt im Winter, gewünscht hatten: Glitzernder Schnee, bei eisigen Temperaturen im Sonnenschein und dann spazieren gehen. Aber nö… was hatten wir? Schmuddelwetter und recht kühl und nass und ohne Sonne. Jetzt haben wir den Salat, auch nicht recht wie mir scheint. Nichts desto trotz ein Wetterchen um draußen eine Runde zu drehen, während der Mittagspause, nach dem Frühdienst. Nein, keine Ausrede, Mantel an, Kappe auf, Stiefel nicht vergessen und raus: Laßt es Euch gut gehen.

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