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Wie oft noch? Warum?

Eigentlich wollte ich über das Buchleben schreiben, gekoppelt mit den Erfahrungen, die ich während der letzten Tage mit dem „Rosenspiel“ als E-Bookausgabe gemacht habe, aber da ist ein anderes Thema, das mich im Moment berührt und ich nach dem Warum fragen muss. Mit Sicherheit wird es keine Antwort geben, außer den ewig monoton gleichen Antworten irgendwelcher Spezialisten, die es am Ende auch nicht wissen. Heute Morgen als ich bei meinem Bäcker war, haben mir die Schlagzeilen der BILD und der BZ förmlich entgegen geschrien, dass in Berlin-Gatow ein Familienvater seine Frau und seine beiden Söhne getötet hat. Die einjährige Tochter hat er in der Babyklappe des Waldkrankenhauses abgelegt. Wie bescheuert muss ein Mensch sein, dass er seine Familie tötet nur weil er sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommt. Glaubt er, dass sie ohne ihn nicht überlegen können?

Die Jungs waren 3 und 6 Jahre alt, der 6jährige war eben in die Schule gekommen. Wie stolz muss er mit seiner Schultüte gewesen sein, wie innerlich zerrissen ob ihm das gefallen wird. Vielleicht war er mit seinem Freund in einer Klasse und sie saßen nebeneinander. Nun ist er tot. Kalt. Ein Kind noch. Und sein Freund sitzt da allein, der Platz neben ihm bleibt leer. Warum? Sein kleiner Bruder, vielleicht im Kindergarten, mit Freunden dort, vielleicht einer kleinen jungen zarten Liebe zu einem Mädchen da. Jetzt ist er tot. Kalt. Diese zarte Liebe ist mit ihm gestorben. Warum. Ihre Mutter eine noch junge Frau, die sich und ihre Kinder irgendwie durchgebracht hätte, sofern sie sich nicht der Aussichtslosigkeit ihres Mannes angeschlossen hätte. Sie hätte mit Sicherheit gekämpft, hätte es geschafft. Sie hatte eine Tochter, ein Jahr alt, die ihre Mama braucht, deren Gesicht und Geruch ihr vertraut ist. Auch hatte die Frau sicher Freundinnen, Freunde, Bekannte und Nachbarn, die sich gefreut haben sie zu sehen. Nun ist sie tot. Kalt. Das Mädchen wird nie wieder den Geruch ihrer Mama riechen, das vertraute Gesicht sehen. Die Freunde, Verwandten und Nachbar, die fassungslos sind, die das nicht verstehen können. Wer kann das schon?

Wer kann verstehen, dass Menschen ihre Familie mit in den Tod nehmen, nur weil sie voller Haß sind, voller Verzweiflung sind, voll falscher Überzeugung, dass diese Familie es ohne sie nicht schaffen würden. Oh, die schaffen das, manchmal wird es schwer, aber es wird gehen. Frauen, die ihre Kinder mit in den Tod nehmen sind überzeugt, dass ihre Kinder ohne sie verloren sind. Sie sind krank, bräuchten Hilfe. Männer, die von ihren Frauen verlassen sind, töten sie und die Kinder oder nur die Kinder, weil sie nicht damit fertig werden, verloren zu haben. Warum?

Ich kann es nicht verstehen wie ein Mensch das tun kann, wie ein Mensch so von sich überzeugt ist, dass er annimmt ohne ihn geht das nicht. Wenn er sich schon davon schleichen will, dann sollte er das in Würde tun und ohne unschuldige Kinder zu töten. Zur Zeit lesen wir das jeden Tag, dass Familien, warum auch immer, einfach ausgelöscht werden. Einfach so und ohne sie zu fragen. Wie oft noch?

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2 Kommentare zu „Wie oft noch? Warum?“

  • Ria says:

    Liebe gitta,

    genau das beschäftigt mich heute auch schon den ganzen Tag, und ich finde keine Antworten. So sinnlos das Ganze!!!
    lg
    R I A

  • Gitta says:

    Liebe Ria,
    ich konnte nicht an diesem Thema vorbei, weil ich nicht verstehen kann wie man das Leben eines anderen Menschen einfach auslöschen kann. Ein Fingerschnipp und weg? Irgendwie, auch wenn mich das persönlich nicht betrifft, macht es mich betroffen. Ich weiß aber nicht, ob ich bemerken würde, wenn meine Nachbarn von Sorgen und Nöten so gedrückt werden, dass sie keinen anderen Ausweg mehr wissen Macht es nicht besser, im Gegenteil eher schlimmer.
    Danke, dass Du gelesen hast.

    Herzlich
    Gitta

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