Archiv
Kategorien

Artikel-Schlagworte: „Corona“

Lockerungen oder Geiselhaft

Corona – Realität oder Fiktion einer Übernahmemacht?

Corona – Schwächen im System oder Stärke für die Zukunft

Wir sind jetzt in Woche acht oder ist es bereits Woche neun oder zehn? Spielt auch keine Rolle, das Virus ist zäh und wird – entgegen der Meinung des einen oder anderen nationalen und internationalen Bürgers und Politikers nicht einfach so verschwinden. Manche machen China als kreative Hexenküche und Spreader zum Sündenbock, halten es für wahrscheinlich, dass das Land eine weltweite Pandemie hätte vermeiden können, andere sehen außerirdische Mächte die Macht über die Menschheit ergreifen und tragen Alu-Hut. So vielfältig, wie wir Menschen sind, so vielfältig sind die Meinungen.

Zuerst und das steht für mich an allererster Stelle, gehört meine ganze Hochachtung jenen, die ihren Alltag, auch unter diesen Umständen, irgendwie woppen müssen, weil Schule und Kita geschlossen sind. Etwas, das ich persönlich sehr kritisiere, ist das, dass nicht von Beginn an Pläne erstellt worden sind, wie man den Wiedereinstieg in einen, wie auch immer gestalteten Alltag schaffen kann. Hier war die Schulverwaltung, zumindest hier in Berlin, in eine gewaltige Schockstarre gefallen. Was hätte es ausgemacht einige Szenarien durchzuspielen, wie im Fall x, y oder z ein Alltag sowohl in der Kita als auch in der Schule wieder hergestellt werden kann. Das wäre nicht sehr schwer gewesen und Zeit genug war während des Shutdowns genug gewesen. Stattdessen hat man bis zum allerletzten Moment abgewartet, was die Vorgaben, die absehbar waren und zwangsläufig sind, hergeben.

Machen wir uns nichts vor, junge Leute, die zur Schule gehen, Kinder, die eine Grundschule besuchen oder noch in der Kita sind, die halten keinen Abstand zueinander, wie auch, man kennt sich doch, wieso sollte man da ein Virus bekommen. Ich war an einer Oberschule hier in Spandau vorbeigekommen und einige Schüler hatten Schulschluss, aber von Abstand war da absolut nichts zu sehen. Wer annimmt, dass man Kita-Kinder auf Abstand halten kann, der ist einfach naiv. Da hilft nur sehr regelmäßig zu testen. Alles andere ist Augenwischerei. Rein menschlich meine ich kann und darf man das von den Minis nicht verlangen. Es gibt wohl inzwischen recht zuverlässige Tests, die innerhalb kurzer Zeit ein Ergebnis anzeigen, also ab damit in die Schulen und Kitas.

Der nächste Punkt sind die Senioreneinrichtungen, klingt besser als Altenheime. Ich bin der Meinung, dass die meisten Ausbrüche vom Personal, von Therapeuten, Dienstleistern hinein getragen worden sind. Der Vorschlag eines Politikers zwischen den Besuchern, es ist ein einziger Besucher pro Tag und für eine Stunde zugelassen, mit Maske und auf Abstand. Meine Mutter ist in einer solchen Einrichtung, die betroffen war, was aber ohne weitere Probleme durchlaufen wurde. Der Vorschlag des Politikers ist es, eine Plexiglasscheibe zwischen die Besucher und die Bewohner zu stellen. Hierzu ein klares Nein! Niemand möchte das Virus zu seiner Mutter, seinem Vater, Tante oder Onkel, oder Ehepartner tragen und wird vorsichtig sein, auf Abstand achten, Mundschutz tragen, Hände desinfizieren, all das, was Mitarbeiter auch tun. Also nein, der Vorschlag wurde weder durchdacht, nicht macht er Sinn. Pflegeheime lassen sich am besten dadurch schützen, dass die Mitarbeiter mehr als regelmäßig testen lassen. Aber zwischen Menschen, die sich lieben, eine Scheibe zu stellen, das ist keine Option, das ist lediglich in den Raum gestellt, um etwas gesagt zu haben. Überhaupt an der Stelle würde ich mir bei manchen Politikern wünschen, dass sie anstatt irgendeinen Blödsinn in eine Kamera zu erzählen, besser ihren Job machen sollten – ohne Kamera.

Man muss es leider so sagen, einmal mehr sind Frauen die Verlierer dieser Pandemie, obwohl jene Staaten mit Frauen an ihrer Spitze, diese Krise besser bewältigt haben und noch bewältigen, als männliche Staatsoberhäupter, blicken wir dabei über den Atlantik, das läuft dort gar nicht. Trotzdem sind die Frauen die Trottel der Nation, auch wenn Familienministerin Giffey sich sehr um Abfederung bemüht. Es gibt Dinge, die sich zukünftig stark ändern müssen, und zwar im Sinne der Gleichberechtigung, es sollte mehr Bäckereifachverkäufer als nur Verkäuferinnen geben und mehr Frau Direktorinnen als Direktoren. Also Mädels lernt, dass sie Socken qualmen, studiert auf Teufel komm raus und macht etwas aus Eurem Leben, trotz oder besser mit Kindern. Universitäten müssen sich darauf einrichten können, dass Mütter ihre Kinder mitbringen, sollten sie diese noch stillen, oder für sie keinen Platz in einer Kita bekommen haben, das gilt auch für Universitäten.

Wenn diese Zeit auch schwer ist, so sollte sie ein Umdenken mit sich bringen, weil über die Jahre hinweg Frauen nur scheinbar gleichberechtigt wurden, in den schlechter dotierten Berufen ihren „Mann“ stehen und im Großen und Ganzen, immer noch meistens überwiegend für Kinder und Haushalt zuständig sind. Ich erlebe das häufig auch heute noch, dass Männer ihren Stellenwert höher einschätzen, als den der Frauen allgemein und insbesondere der eigenen. Damit sollte langsam, aber sicher Schluss sein und das kann nur so geändert werden, dass Frauen mehr und mehr höhere Positionen in der Wirtschaft und der Politik besetzen.

Zurück zu Corona: Wir alle sind dann schon eine ganze Menge Menschen, die froh darüber sind, wenn das alles vorbei ist, es möglicherweise einen Impfstoff gibt und wenn nicht, dass es dann wenigstens Medikamente geben wird, die zur Behandlung eingesetzt werden können oder, dass Medikamente zur Verfügung stehen, die helfen können, die Erkrankung in Schach zu halten. Es ist nicht nur eine Grippe, oder ein Hirngespinst, zu viele Erkrankte leiden auch Wochen nach einem schweren Verlauf der Infektion noch unter den Auswirkungen der Krankheit und in einigen Fällen ist es immer noch nicht klar, ob sie dauerhafte Schäden davon tragen werden. Kinder entwickeln auch gerade eine Symptomatik, die keine Mutter, kein Vater für sein Kind haben möchte, und leider sind in Folge dessen, einige Kinder verstorben, ohne vorerkrankt gewesen zu sein. Sie können auch eine ganze Weile nach einer Viruserkrankung Symptome zeigen, die an ein Kawasaki-Syndrom erinnern, wohl ohne es tatsächlich zu sein, und leider starben daran auch einige Kinder aller Altersstufen an der Krankheit, was mir sehr sehr leidtut. Nein, das ist keine krude Verschwörung von irgendwoher und irgendwem gesteuert, das ist bittere Realität, die im Grunde keinen Raum lässt für irre Theorien egal welcher Art. Jeder bemüht sich gerade irgendwie, seinen Teil zu all dem beizutragen, damit das schnell vorbeigeht.

Nicht unerwähnt möchte ich die Bundesliga und den professionellen Sport lassen, es gibt nicht nur Fußball, es gibt auch andere Sportarten, die in diesem Jahre ihren Meister nicht küren konnten. Die Bundesliga spielt wieder. Hierfür müssen Spieler getestet werden. Als diese Tests begonnen haben, war die Testkapazität hierzulande gerade mal halb ausgenutzt. Immer noch wird hochgefahren, denn der Herbst wird kommen und die Angst vor einer zweiten Welle ist groß. Witzigerweise wurde in einigen Mannschaften einige Spieler, ich habe keine Ahnung, wie viele es sind, tatsächlich Infizierte entdeckt und isoliert und im Fall der Mannschaft aus Dresden, diese unter Quarantäne gestellt. All diese Spieler wären unerkannt herumgelaufen, und hätte möglicherweise weiter Menschen angesteckt. Somit sind sie in Quarantäne und ich gehe davon aus, dass ihre Kontakte das ebenfalls sind. Damit hat aber der Wiederbeginn der Bundesliga keine Rechtfertigung. Es geht mir nicht um die 22 Mann, die da auf dem Rasen herumhopsen, sondern um die vielen Arbeitsplätze, die im Zusammenhang mit Sport stehen und wenn er kaputt gehen, ist niemandem gedient, weder den kleinen, noch den großen Vereinen. Spielplätze sind wieder offen und die Liga spielt auch wieder.

Kommen wir, nicht weil ich das will, sondern weil sich das förmlich anbietet, zu jenen Menschen mit und ohne Aluhütchen auf dem Kopf. Sie demonstrieren gegen die erlassenen Maßnahmen gegen das Virus und tun das angeblich auch für jene, die nicht dagegen demonstrieren werden. Wenn mir etwas gegen den Strich geht, ich meine Rechte ungerechtfertigt eingeschränkt sehe, dann klage ich dagegen, was in diesem Fall sehr viel effektiver ist.

Sie aber gehen auf die Straße und gehen dafür ein hohes Risiko ein infiziert zu werden, da häufig weder der Abstand eingehalten wird, noch, dass Masken getragen werden. Ich frage mich dann an dieser Stelle, ob all die, die da Seite an Seite laufen, auch bereit wären, zu unterschreiben, dass sie auf eine medizinische Behandlung grundsätzlich verzichten oder die Kosten selbst tragen, für den Fall, dass sie sich da infizieren. Ich glaube, dass sie nicht dazu bereit wären. In diesem Zusammenhang sei gesagt, dass wir alle uns glücklich schätzen dürfen, hier zu leben. Auch hier ein Blick über den Atlantik, wo Menschen ohne soziale Absicherung ihren Job und dann auch ihre Krankenversicherung verlieren, wo der Wahlkampf auf ihrem Rücken ausgetragen wird. Oder nach Indien, wo Millionen von Menschen gerade auf der Wanderschaft aus den Städten hinaus, wo es gerade keine Jobs mehr gibt, zurück in ihre Heimatdörfer wandern, wo sie ungern gesehen sind, weil die Menschen dort Angst davor haben infiziert zu werden. Als sei das noch nicht genug, fegt dann auch noch ein Zyklon über das Land. Angesichts dieser Tragödien geht es uns hier gut, sehr gut und ich weiß nicht, ob dann demonstrieren oder wilde Verschwörungstheorien nicht doch fehl am Platz sind. Die kommende Zeit wird nicht leicht werden, aber ich denke wir schaffen das und rufen wir uns von Zeit zu Zeit ins Gedächtnis, dass es uns doch recht gut geht, auch wenn alles sehr anstrengend ist!

Ich habe vorgestern Bilder aus den USA gesehen, da haben sich Schwestern, Pfleger, Ärzte und Ärztinnen von Intensivstationen, die das Elend erkrankter Menschen tagtäglich sehen, schweigend den Demonstranten mit und ohne Auto in den Weg gestellt. Hut ab davor!

Als Oberverschwörungstheoretiker sei Attila Hildmann genannt. In meinem tiefsten Innern habe ich mich gefragt, ob es ihm vielleicht besser ginge, wenn er ab und zu mal ein Ei essen würde. Es geht mir nicht, um das Thema Veganer, Vegetarier und Fleischesser, darüber diskutiere ich nicht mehr, jede soll das so machen, wie er denkt, wobei man durchaus das Problem mit den Schlachthöfen und der Tierhaltung nun ganz neu strukturieren kann und die Drohung des Präsidenten des dazugehörigen Verbandes ist nicht zu verstehen, wenn diesem Treiben ein Ende gesetzt wird. Das geht ganz einfach und ganz schnell, wir essen einfach mal eine ganze Weile kein Fleisch und wenn ich aus den Nachbarländern höre, lese und sehe, dass es da auch besser geht, dann muss dem Herrn sagen: Dann kaufe ich mein Fleisch dort, wo Menschen für ihren Job ordentlich bezahlt werden und menschwürdig leben können. Das aber, was da abgeht, das geht gar nicht.

Attila Hildmann habe ich schon immer als sehr extrem empfunden. Ich weiß nicht, was ihn antreibt, seine Theorien an den Mann, die Frau zu bringen. Es gibt so einige prominente Menschen, die von einer Verschwörung ausgehen und das auch kundtun, die Liste derer ist lang. Aber, da sie ja prominent sind, und bestimmt auch Kontakt zu den Oberen der Regierung haben, muss da etwas dran sein. Ist es das wirklich? Nein, bei Hildmann bin ich mir ziemlich sicher, so zumindest wirkt das auf mich, dass das für ihn lediglich ein PR-Gag ist und er die Menschen lediglich für seine Zwecke ausnutzt, weil sie durch die Pandemie aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu verschwinden drohen.

Stellen wir die Frage aller Fragen: Was, wenn da wirklich etwas dran ist und es besser wäre ein Hütchen aus Alufolie zu tragen? Wer hätte einen Nutzen davon? Die Außerirdischen? Eine bislang unbekannte Weltmacht, die sich dann zeigt, wenn alle Menschen geimpft sind und somit einen Chip tragen? Wem nutzt das? Oder wurde das Virus in die Welt geschickt, um die Bevölkerung zu minimieren, die Armen, die in Asien und Afrika, in Südamerika, Amerika und auch Europa leben auszuradieren? Wem nutzt das? China, weil das Land Weltmacht werden will? Oder eine Koalition zwischen Putin und Trump, dessen „America first“ gerade wohl gründlich in die Hose zugehen scheint? Wer zur Hölle hätte einen Vorteil?

Oh, ich weiß, Bill Gates. Er steckt hinter all dem. Aber warum? Diese Frage sei erlaubt. Was hätte er davon? Dass er alle kontrollieren kann? Was hätte er davon die Aktivitäten von Lieschen Müller und ihrem Mann Fred zu kennen? Folge den Spuren des Geldes? Wozu? Er hat doch schon alles. Er kann nicht gleichzeitig zwanzig Autos fahren, oder in drei Flugzeugen sitzen, sofern er überhaupt so viele Autos und Flugzeuge besitzt. Der Mann besitzt alles. Warum also sollte er das tun? Um noch mehr zu haben? Klar, das ist natürlich ein schwerwiegendes, aber ebenso lächerliches Argument.

Bill Gates ist seit langer, ganz langer Zeit kein „Businessman“ im eigentlichen Sinn mehr. Was er ist, ist ein Mensch, der natürlich Business macht, aber nicht mehr zu seinen eigenen Gunsten, sondern zu Gunsten der Armen dieser Erde, die kein Geld für zum Beispiel eine medizinische Behandlung haben, deren Brunnen viel zu weit entfernt ist, um regelmäßig frisches Wasser zu kaufen. In der Hauptsache aber setzt er seinen Namen und seine Beziehungen dafür ein, dass sehr viel in Forschung investiert wird im Kampf gegen Krankheiten und er achtet sehr darauf, dass nicht nur Mensch, wie wir diese Medikamente bekommen können, sondern wie erwähnt die Armen der ganz Armen, gibt ihnen Mittel gegen Malaria und Kinderlähmung. Er setzt sich also für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung ein, arbeitet dafür, extreme Armut zu bekämpfen, für bessere Schulbildung in den USA, wofür die Stiftung Stipendien vergibt, und ist im Moment als Geldgeber für die Forschung, um das Covid 19 bekämpfen zu können aktiv. Warum? Warum also macht man diesen Mann gerade so nieder? Ohne jeden Grund, nur weil es eines Blitzableiters bedarf? Er hätte einen Chip entwickelt, der geimpft werden kann? Und wenn schon… Nein hat er natürlich nicht, aber warum sollte er das tun?

Sorry, so sehr ich das Recht auf Meinungsfreiheit und auch das Recht auf Versammlungsfreiheit schätze, aber das ist in meinen Augen so unfair gegenüber jenen, die sich abmühen, abrackern, einen täglichen Spagat nach dem anderen machen müssen, um ihren Alltag bewältigen zu können. Was müssen jene denken, die in systemrelevante Bereichen arbeiten und damit ihre eigene Gesundheit gefährden? Ich könnte verstehen, wenn sie sagen: Fahrt zur Hölle!

Verschwörungstheorien. Ein Rätsel für mich. Ernsthaft. Es gibt mit Sicherheit Verschwörungen, aber Covid 19 ist kein gutes Ziel, das zu behaupten. Zumindest für mich nicht, nicht in meinen Augen. Zu viele studieren, erforschen es, als dass eine „fremde Macht“ sie alle steuern könnte. Natürlich kann ich nicht belegen, dass es sich nicht um eine Verschwörung handelt, aber die Verschwörungstheoretiker können das im Umkehrschluss auch nicht und in letzter Konsequenz bleibt die Frage: Wem würde das Virus nützen?

Viele Wissenschaftler haben vor dem Aufflammen einer Epidemie in ihren Ländern gewarnt und in Folge dessen darauf hingewiesen, dass das eine Pandemie werden kann. Was wurden sie belächelt. So etwas passiert nur alle hundert Jahre, aber nein, heute nicht mehr. Die Warnungen kamen, auch die Spanische Grippe vor hundert Jahren fünfzig Millionen Menschenleben ausgelöscht hat. War das auch eine Verschwörung?

Wir warten darauf, dass es einen Impfstoff gibt, oder ein Medikament zur Behandlung, zu demonstrieren lohnt nicht mehr, ist doch alles, fast jedenfalls, schon wieder geöffnet. Impfstoff, gefundenes Fressen für jeden Impfgegner. Die Bundesregierung sieht keine Impfpflicht vor, der Präsident des Weltärzteverbandes wünscht sie sich. Vielleicht wird sie vor Reisen ins Ausland zur Pflicht, wer weiß das schon. Ich gehe davon aus, dass die Bereitschaft sich impfen zu lassen hoch ist, denn das ist im Moment der einzige Weg um Kinder, ihre Eltern und Großeltern schützen zu können. Wer sich nicht impfen lassen möchte, bitte sehr, der soll es lassen, aber hinterher bitte nicht jammern hätte ich nur…

Ich wünsche allen einen schönen Vatertag, bleibt gesund und: Laßt es Euch gut gehen!

Lockerungen – bekommen wir hin

Wir sind jetzt an einem entscheidenden Punkt im derzeitigen Coronageschehen angekommen und ich denke, man muss vielleicht einige grundlegende Entscheidungen treffen. Solange die Lage unklar war, das Land in einen Shutdown geschickt worden war, war alles irgendwie klar. Nun kommen wir aber an einen Punkt, an dem es schwierig wird, weiter den Kontaktverboten Folge zu leisten. Nicht das Durcheinander um Masken ist der Punkt, das ist idiotisch sich darüber zu streiten, es geht letztendlich darum das Land wieder hochzufahren.

Zugegeben, wenn es keinen Absatzmarkt gibt, macht es auch wenig Sinn auf Teufel komm raus zu produzieren und wenn man nicht verreisen kann, weil andere Länder noch geschlossen sind, dann braucht man auch keine Reise zu buchen. Solange es keine ausreichenden Tests gegeben hat, keine ausreichende Kapazität in den Krankenhäusern, kann ich alle Maßnahmen nachvollziehen. Nun aber sieht das Bild ganz anders aus.

Klar soll und muss verhindert werden, dass die Bunderepublik zum Hotspot einer zweiten Epidemie-Welle werden wird und klar müssen wir im Vorfeld Vorsorge betreiben, damit das nicht so kommt. Insofern verstehe ich die Sorge der Kanzlerin. Also beobachten wir die Zahlen der Neuinfektionen argwöhnisch. Aber behalten wir auch im Auge, dass es Genesene gibt, aber auch Verstorbene, Menschen, die immer noch Intensivbetreuung brauchen und es werden neue Fälle dazu kommen und nach wie vor Beatmungen in der Regel länger andauern, als das normal der Fall ist.

Eine realistische Zahl ist die, die mir das sagt:

Wie viel aktuell, nachgewiesene Coronafälle es tatsächlich gibt, wie viele davon müssen stationär behandelt werden, wie viele davon intensiv und wie viele beatmet. Dann wäre noch gut aufzuzeigen, wo die Grenze liegt, an der es bezogen auf die Kapazität der Krankenhäuser, inklusive Personal, für alle Patienten riskant werden kann.

Was kümmert mich die Zahl aller jemals an positiv Getesteten? Mich interessiert die aktuelle Lage, neben den Tatsachen, die eine Erkrankung selbst mit sich bringt.

 Im Moment scheinen wir das Geschehen im Griff zu haben. Wir könnten es im Griff behalten, wenn da nicht jene all die Bemühungen unterlaufen würden, die sich zusammenrotten, um zu gegen „Coronamaßnahmen“ demonstrieren. Ich stehe immer zu dem Recht auf Demonstrationen, darauf sich mit demokratischen Mittel zu wehren, aber es fällt mir dort schwer, wo Demonstranten durch ihr Verhalten meine Freiheit insofern einschränken, indem sie das Risiko eingehen, sich gegenseitig zu infizieren. Das hat dann die Auswirkung, dass in einem solchen Pulk ein Infizierter drei und mehr anstecken kann. Prost Mahlzeit! Sorry, aber darauf kann ich verzichten und meine erst Hirn einschalten und dann erst demonstrieren. Wir, die wir die Auswirkungen des Dritten Reiches noch gespürt haben, haben gestern Abend darüber diskutiert, wie es unseren Eltern damals, ganz urdamals wohl ergangen war, als Deutschland in seine dunkelste Geschichte gegangen war. Deswegen: Aufmerksam bleiben ja, aber Risikoeinschätzung anderen zu schaden oder nicht gehört dazu.

Auf der anderen Seite, und das muss ich unumwunden zugeben, fühlt sich das alles gerade wie ein schlechter Film an, einzig die Mutation zu Zombies fehlt. Aber weiß das schon, was da noch passieren wird. Ich kann mit dieser Art Film nichts anfangen, konnte das noch nie.

Worüber im Moment nichts zu hören ist, ist der Punkt, wie es in den Krankenhäusern, bezogen auf die Ausstattung der Schutzkleidung, ob inzwischen genug vorhanden ist und wie die Krankenhäuser mit ihrem eigenen Personal um gehen. Das landeseigene Haus in Berlin ist an dieser Stelle negativ zu nennen, denn wie zu hören war, war es schlecht aufgestellt, was die Sorge um die Mitarbeiter angeht und so manch Coronapatient landet zuerst auf einer Normalstation. Schwestern und Pfleger, die Berührungen hatten, arbeiten einfach weiter.

Ich sehe gerade Annegret Kramp-Karrenbauer und bin entsetzt, wie wenig sie die „Social distance“- Vorgabe einhält, sie nicht und die Kollegen der Presse schon gar nicht. Scheint gerade alles vergessen zu sein. Ich bin entsetzt. Kein gutes Vorbild! Im Übrigen fällt mir immer wieder auf, wie sehr die Frauen immer gestylt sind. Meine Haare sehen so nicht aus. Wenn für mich „kein Frisör“ gilt, dann für alle anderen auch. Das nur nebenbei bemerkt.

Unser Land hat ausreichend Testmaterial zur Verfügung und es stellt sich mir die Frage, wie große Arbeitgeber damit umgehen. Jene, die an der Krise verdient haben, da ist ganz an vorderster Front inklusive der Fremdfahrer regelmäßig zu testen oder testen zu lassen und zwar nicht mit einem, im eigenen Haus, eigens entwickelten Test, weil ich dem nicht von Amazon absolut nicht trauen würde.

Natürlich weiß ich, dass heute einen negativen Test zu haben nicht zwangsläufig bedeuten muss, morgen auch einen negativen Test zu haben, weil es ruckzuck gehen kann, dass man infiziert ist.

Es gibt inzwischen Tests, die schnell eine zuverlässige Antwort geben und in Zukunft noch schneller. Vielleicht muss man in naher Zukunft gar kein Labor mehr anfahren, sondern kann testen und gleich eine Antwort bekommen. Das wiederum gäbe die Chance kleineren Unternehmen, die um große herum arbeiten, diese Anlagen zu nutzen und somit hätte man ein ziemlich großes, flächendeckendes Instrument. Ich drücke das mal so aus: Die meisten Unternehmen in unserem Land haben Mittel vom Staat bekommen, das allein reicht in meinen Augen schon aus, um solche Vorsichtsmaßnahmen verlangen zu können.

Das gleiche gilt für die Fußballliga. Im Grunde ist mir wurscht, was sie machen, denn rein gefühlsmäßig kann ich da nicht mehr mitgehen, weil die Summen an Geld, die da sowohl national und international verschoben werden, jede Identifikation mit diesem Sport auf Eis legt. Das gleiche gilt auch für den Motorsport. Ich habe kein Verständnis mehr dafür, schon gar nicht, dass ein Mensch, der Fußball spielt derart viel Geld verdienen kann. Nein? Nein, die Verhältnismäßigkeit stimmt einfach nicht mehr.

Nun also will die Liga die Saison zu Ende spielen. Es geht um Geld, viel Geld, es geht aber auch um viele Arbeitsplätze, geschätzt 60.000. Sollen sie spielen, aber die Tests, die dafür nötig sind, sollen die Vereine selbst bezahlen und die Spieler müssen für die restliche Spielzeit in Quarantäne leben. Begründung: Die Kinder müssen auch zu Hause bleiben, dürfen nicht auf Spielplätzen toben, kein Fußball miteinander spielen, nicht in die Kitas und Schulen gehen, sich nicht mit ihren Freunden treffen, ihre Mütter und Väter machen einen Spagat nach dem anderen, um den Alltag in diesen Zeiten woppen zu können, weil sie nicht auf Großeltern und anderen Betreuungsmöglichkeiten zurückgreifen können. Ich kann, wie viele andere Mütter und Großmütter auch, meine Kinder und Enkelkinder nicht sehen, wir Alten und Vorerkrankten sollen zu Hause bleiben, jeder muss auf Abstand bleiben und der Preis, den wir alle in dieser Epidemie bezahlen ist eh schon hoch, dann kann man die Quarantäne von den Spielern und Betreuern verlangen. Isoliertes Homeoffice auf dem Trainingsplatz sozusagen und wer die Quarantäne verlässt, ist samt Verein raus aus dem Thema. So einfach geht das. Es geht um Geld für die Vereine, es geht um Arbeitsplätze und nicht wenige, da meine ich, kann man das von den Spielern verlangen. Das ist das mindeste, zumal die meisten anderen Ligen ihre Saison vorbildlich, angepasst an die Lage der Menschen, beendet haben.

Aber es gibt da dann auch noch die zweite Liga, die dritte auch noch und dann wären da noch die Regionalligen, die Amateurligen, die Kinder, die Handballer mit allen Ligen, die Basketballer, die Volleyballer und und und. Ich es, auch wenn es mir im Grunde egal ist, sehr unsolidarisch vom DFL, warum soll man eine Ausnahme machen? Wie erklärt man Kindern, dass da die Männer auf dem Platz rumhampeln dürfen und ihre Spielplätze abgesperrt waren und teilweise noch sind, vor allem, weil diese bei einem Rückfall als erstes wieder abgesperrt werden? Wie ist das zu rechtfertigen?

Die Autobauer haben hierzulande und in anderen Ländern auch, ihre Bänder still gestellt und in etwa gemeinsam wieder begonnen sie anzuwerfen. Wenn ich dann noch lese, dass Sportler wie Neuer und Vettel irgendwelche Vertragspoker durchziehen (schätze wegen Dauer und Geld) dann bekomme ich das große Kotzen. Nein, das braucht man in diesen Zeiten nicht, das kann man getrost in die Tonne kloppen, auch, wenn ich bislang dafür gewesen war, dass sie die Liga zu Ende kicken, so habe ich meine Meinung geändert, nicht wegen dem Einsatz von Testkapazität, sondern aus Gründen der Solidarität: Wenn alle anderen nicht, dann sie auch nicht.

Kommen wir zu der Maskenpflicht. Wir haben ein föderalistisches System. Das ist jedem bekannt. Ob wir eine gemeinsame Vorgabe durch den Bund brauchen? Ich denke, wir sind alt genug, dass wir das nicht brauchen. Wir haben, meistens jedenfalls Internet, wir haben Zeitungen und Radio und Fernsehen, überall kann man sich mannigfaltig informieren, das Für und Wider Masken abwägen, die Entscheidungen der einzelnen Bundesländer und Städte nachlesen. Wenn dann eine intelligente Frau bei Lanz, Thea Dorn, sitzt und erklärt sie fühle sich „nicht von der Bundesregierung informiert“, dann frage ich mich, was macht die Frau den ganzen Tag? Homeoffice ist angesagt, zu Hause bleiben und sich Zeit für Informationen nehmen. Niemand kann in diesem Land erklären, dass er nicht ausreichend durch die Regierung, das RKI, durch Podcasts diverser Virologen, durch Funk und Fernsehen informiert wurde und wird. In der Pfalz sagt man dazu „die hod bloß gebabbelt, damit se gebabbelt hod“. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein. Solche Leute sind in solchen Zeiten in Talkshows unbrauchbar. Das braucht kein Mensch.

In dieser Sendung ging es auch um die App, die wir in der Tat, bis es ein Impfserum gibt, brauchen werden. Thea Dorn zeigte sich darüber not very amused und fragte allen Ernstes das: „Wollen wir, dass wir als europäische Gesellschaften genauso reagieren wie asiatische? Wollen wir da neidvoll hingucken und sagen ‚Das ist ein guter Weg für uns‘?“. Ja, das wollen wir! Vor allem dann, wenn wir danach, also zum näheren Verständnis, nach der Covid 19-Zeit, diese App wieder von unseren Geräten bannen können. Und wenn es uns nervt, dann lassen wir das Handy eben zu Hause, aber das macht dann eher keinen Sinn. Machen wir uns nichts vor, wir sind, wenn es sein muss, via Handy ohnehin zu orten, wie und wo wir uns bewegen. Was soll dann also eine solche Bemerkung? Wenn ihr das nicht passt, dann soll sie ihr Handy einfach zu Hause lassen, oder diese App nicht installieren. Punkt. Diese Freiheit haben wir. Chinesen zum Beispiel haben sie nicht, sie können ohne eine solche App kein Ladengeschäft betreten. Vielleicht, ich hege zumindest die Hoffnung, dass App, Maskengebot und social Distancing uns es bald ermöglicht, unsere Kinder und Enkelkinder zu treffen.

Bei aller Diskussion um Masken oder nicht, vergessen wir nicht, dass zuerst die Mitarbeiter in den Krankenhäusern und den Senioreneinrichtungen versorgt werden mussten und müssen, bevor der Rest des Landes in die Pflicht genommen werden konnte und kann, wie auch immer das am Ende für das gesamte Land gestaltet werden wird oder pro Bundesland und da innerhalb einiger Regionen, ist vollkommen egal, Hauptsache dass sich etwas bewegt. Wenn in Berlin die verschiedenen Bezirke das unterschiedlich auslegen würden, dann wäre es eben so und wir müssten damit klarkommen. Können wir, denn wir sind alle keine kleinen Kinder mehr. Berlin hat eine einheitliche Regelung geschaffen, auch wenn der Senat ansonsten sehr zu wünschen übriglässt und viel zu träge agiert, hat er das immerhin hinbekommen, im Gegensatz zu sonst immer.

Jeder, der oder die Lockerungen kritisiert, sollte nicht vergessen darauf hinzuweisen, dass es ja doch klappen könnte durch das Tragen von Masken, vor allem in geschlossenen Räumen, dem Social Distancing (entgegen dem Beispiel der Verteidigungsministerin, samt aller Journalisten und Mitarbeiter dort) und allgemeiner Achtsamkeit. Habt ein wenig Vertrauen in Eure Bürger, kein Mensch will so horrormäßig weiterleben. Ich mag auch nicht die ewigen Schwarzmaler, wie, auch wieder bei Markus Lanz, jene junge Mathematikerin, die einfach nur negativ sein wollte, um negativ zu sein. Sie war bereits das zweite Mal in einer Talkshow, bzw. zugeschaltet. Hätte man gut lassen können, zumal man ihr gut widersprechen kann. Selbst ich.

Risikogruppen und hochaltrige Menschen sollen zu Hause bleiben, bedürfen dem Schutz der übrigen Bewohner unseres Landes. Ich möchte nicht zu Hause bleiben müssen. Das ist kein schönes Gefühl darauf angewiesen zu sein, dass andere mich schützen. Ich gehe auch gerne aus, treffe mich mit anderen, freue mich auf unsere Freunde, wenn wir uns treffen. So ist das nicht, nicht nur Junge feiern gerne.

Wir haben jetzt Lockerungen. Ein kleiner Anfang, ernsthaft Spaß macht das keinen, irgendwo einkaufen zu gehen, ja ich habe es mir angeschaut und nein, ich möchte das nicht und bin froh, dass wir, auf Lebensmittel bezogen, versorgt werden, alles andere brauchen wir gerade nicht. In ein bis drei Wochen erfahren wir, ob wir mit Lockerungen umgehen können oder nicht. Es allein liegt an uns, an unserem Verständnis für die Situation, daran wie gut wir uns informieren und an dem was wir wollen. Ich habe keinen Bock darauf, wegen irgendwelchen unkalkulierbaren Partys oder sinnlosen Demonstrationen länger als nötig zu Hause eingesperrt zu sein. Ich möchte das nicht.

Ich bin der Überzeugung, dass wir vielleicht doch früher als gedacht einen Impfstoff haben werden. Wahrscheinlich wird der jährlich appliziert werden müssen, da ich mir nicht kann, dass es eine dauerhafte Immunität geben wird. Alles ist besser als keine Impfung, als keine Immunität. Was solls, ist doch egal, ob man nun gegen Grippe oder gegen Grippe und Covid 19 geimpft werden wird. Darauf kommt es einfach nicht an. Hauptsache, dass…

Reißen wir uns alle zusammen, zeigen, dass wir nicht eingesperrt werden müssen. Krempeln wir alle die Ärmel hoch, fahren die Wirtschaft hoch, ziehen unsere europäischen Mitglieder mit hoch und schauen auch nach Großbritannien, ob auch dort Hilfe gebraucht wird. Nun sind sie doch zu früh aus der EU ausgetreten du ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere Wähler, sich gerade in seinen Allerwehrtesten beißt. Virus kennt keine Grenzen, keine Geschlechtertrennung, keine Unterschiede in Hautfarbe und Religion, es schlägt einfach erbarmungslos zu. Auf geht’s! Das bekommen wir hin. Zeigen wir es dem kleinen Idioten, schlagen wir es, geben wir ihm keinen Raum mehr.

Ich wünsche Euch eine gute, gesunde Zeit. Passt auf Euch auf! Laßt es Euch gut gehen!

Corona-Zeit statt Corona-Krise

Da wäre dann noch der Schweinehund. Ich meine diesen inneren Schweinehund, der gerade in uns allen wächst, der Raum gewinnt, der aus allen Ecken unseres Inneren hervor kommt. Er bestimmt gerade den Alltag, vor allem bei jenen, die es ernst nehmen zu Hause zu bleiben. Manchmal trägt er eine rosa Schleife, manchmal eine hellblaue, um nicht allzu garstig zu wirken, aber er holt sich jede erworbene Disziplin.

Zuerst zu ganz allgemeinen zum Thema „Corona“. Das wird sicher das Unwort des Jahres, gefolgt von dem Wort Krise. Überhaupt sind die meisten Berichte und Formulierungen in ihrem Grundsatz negativ. Klar, es gibt angesichts der vielen Opfer nichts Positives, das man dem Thema abgewinnen kann. Aber wer sich umschaut, der muss erkennen, dass viel Abstruses unterwegs ist.

Die Verschwörungstheoretiker, oder jene, die der Meinung sind, dass das normale Grippevirus, oder der Straßenverkehr mehr Tote bringt und man dem Virus keine größere Bedeutung beimessen soll. Nachdenken Leute. Das mag stimmen, noch wissen wir nicht, wo wir enden werden. Es geht hierzulande darum, das Gesundheitssystem zu entlasten und Risikomenschen zu schützen. Wer das nicht versteht, der schaue nach Italien, Spanien und auch Frankreich, wo das Gesundheitssystem nicht mehr die Zahl der Schwererkrankten packt, weil man das Virus unterschätzt hat. Wer annimmt, dass China das eventuell ausgesetzt haben könnte, um die Bevölkerung zu reduzieren, dem sei gesagt, dass man das auch anders regeln könnte. Oder, dass es aus einem Labor entwischt ist, also Füße bekommen hat und rausgelaufen ist. Das wissen wir nicht wirklich, aber wenn wir das durch haben, wird uns Covid 19 nie wieder so einschränken. Packen wir’s an.

Wenn ich am Morgen aufgestanden bin, schaue ich zuerst nach den elektronischen Nachrichten und rufe bei einer Tasse Kaffee diverse Zeitung auf, ja, ich gebe das zu, auch die BILD-Zeitung. Das sind inzwischen die größten Miesmacher der Nation. Immer wieder drauf in die gleiche Kerbe hauen, immer die gleichen sinnhaften Fragen, wie zum Beispiel die Minikonferenzen mit Gabriel und Bosbach, die sich den Fragen des Moderators Stellen, die kann man getrost knicken. Ich frage mich wie viel sie für den Mist, den sie da ablassen bezahlt bekommen. Ich war früher mal von Bosbach überzeugt, fand ihn in seinen Aussagen klar. Sagen wir mal so: das Alter halt … Ich habe mir einige dieser Frage-/Antwortspielchen angeschaut und habe diesen Gequatsche nicht mehr ertragen. Sie hatten auch eine Rubrik „Jetzt rede ich!“. Wenn mir heute jemand sagt, er oder auch sie fühle sich nicht richtig informiert, dann kann ich nur sagen, lesen und Nachrichten gucken hilft.

Egal auf jeden Fall stellt die BILD-online heute ein 10-Punkte-Programm vor, was jetzt gerade SOFORT und unbedingt notwendig sein soll, und hat den allerwichtigsten dabei vergessen, auf den ich gleich noch komme. Unter Punkt 1 schreibt sie, die Kanzlerin müsste sich jeden Tag an das Volk wenden. Ernsthaft? Mich würde das erschrecken, wenn sie das täte, zumal das nie ihre Linie gewesen war. Wir hören alle jeden Tag Nachrichten, reicht das nicht? Entgegen den Gewohnheiten der Kanzlerin hat sich sie an die Nation gewandt und das bereits drei Mal, mehr als WIR gewohnt sind, wird das mit Sicherheit wieder tun, wenn es an der Zeit ist, aber bitte nicht täglich, das kann kein Mensch ertragen, das muss sie auch nicht ertragen. Na ja in der Vergangenheit hatte die BILD ja einige Versuche gestartet, sie zu stürzen. Wie wir wissen ohne Erfolg und ich bin überzeugt, dass der eine oder andere an die Wahl im nächsten Jahr denkt und dabei denkt: ‚schade, dass sie nicht doch noch bleibt.‘

Weiter im Punkte-Katalog der BILD: Masken für die Massen sollen produziert werden, Handy-Apps befohlen sein, Gesundheitsprodukte in Germany produziert werden, Risikogruppen besonders schützen, neues Wirtschaftswunder schaffen, Antikörpertests auf den Markt bringen, Notfallplan für die Bundesliga, um nur einige zu nennen. Ausverkauf unserer Unternehmen darf auch nicht passieren. Das wissen wir doch alles, auch ohne die BILD. Einzig die Sache mit dem Notfallplan für die Bundesliga das ist nicht ganz nachzuvollziehen, aus Sicht der BILD-Zeitung kann man das nachvollziehen, denn das ist das, was häufig die Zeitung füllt, Berichte über Fußballer, die niemand lesen will und auch BILD-Sport lebt davon, es ist das, was Geld bringt. Antikörpertests ja, aber es gibt noch etwas, das sehr viel wichtiger ist: Den Test für zu Hause, dass man sich testen kann, bevor man sich trifft. Das ist deutlich wichtiger, als für den Fußball einen Notfallplan zu erarbeiten, wenn Notfallplan für den Sport, dann für alle Sportarten. Annähernd jeder Teil unseres Landes wird Federn lassen müssen, warum also nicht auch die BILD und nicht auch die Bundesliga, obwohl ich immer sehr gerne Fußballspiele geschaut habe. Ultras, die Feuerwerke zünden und Menschen denunzieren und beleidigen und auch körperlich angreifen, all das hat es mir verleidet.

Einen 11. Punkt, das ist für mich der wichtigste von allen, dieser hätte an erster Stelle stehen sollen und den hat diese Zeitung vergessen, sie erwähnt das eh nur sehr selten, viel zu selten, und fordert nie dazu auf. Das wäre für mich der wichtigste Punkt gewesen, wichtiger noch als die Forderung, die Kanzlerin solle sich täglich äußern. BILD beginnt jetzt schon die Schuld für ein mögliches Nichtgelingen auf die Regierung, die Wirtschaft und die Bürger zu schieben. Aber mehr noch als alles andere ist wichtig, dass wir zu Hause bleiben sollen und bestimmte Hygienemaßnahmen befolgen müssen. Es liegt sehr vieles in unserer Hand. Wenn am kommenden Wochenende die Temperatur steigen wird, dann werden sich die Menschen erneut in den Parks, auf den Wiesen treffen. Macht das nicht, nicht dieses Wochenende, ich will wieder raus, mich mit meiner Familie und meinen Freunden treffen! Außerdem zahlen am Ende alle die Zeche dieser Dummheit.

So genug mit Schelte, wobei mich heute Morgen eine wissenschaftliche Aussagen, dass der Erkrankungsgipfel erst im Juni zu erwarten sei und dann erst im August abflachen wird, etwas erschüttert hat. In Berlin steigen die Fallzahlen gerade weniger an. Allerdings, so habe ich auch gelesen, dass in Berlin täglich nur 2.000 Tests durchgeführt werden würden. Wie vereinbart sich das? Bei rund 3,6 Millionen Einwohnern ist das eine stolze Zahl, was durchaus sarkastisch gemeint ist. Das sollte der Senat dann doch mal erläutern. Überhaupt finde ich unseren Senat nicht gerade sehr tatkräftig, geschweige denn gesprächig. Hoppala, sie entscheiden, oder haben über einen Bußgeldkatalog entschieden, der bestraft, was gerade nicht beachtet wird. Irgendwie muss ja Geld in die Kasse kommen und am Wochenende könnte das gelingen.

Die allgemeinen Zahlen der nachgewiesenen Fälle kann jeder selbst bei der John-Hopkin-Universität nachlesen, wo die Zahlen Infizierter und leider auch Verstorbener regelmäßig aufbereitet werden.

Wir müssen uns damit beschäftigen, was nach Ostern sein wird. Eine Verlängerung des kompletten Shut down geht dann nicht mehr. Als Unternehmen muss man sich darauf einrichten, dass Arbeitnehmer besser zu schützen sind. Die Jungen, auch wenn sie wirklich heftig erkranken können, sind diejenigen, die zuerst raus gehen müssen. Arbeiten ja, Party feiern noch nicht, ich denke, dass die Clubs noch länger geschlossen sein könnten, es sei denn es gäbe dann einen Test, der umgehend und gleich sagt, ob man Träger des Virus ist oder nicht. Ich weiß, dass das wohl gerade in Arbeit ist. Je schneller es das gibt, desto schneller sind wir wieder draußen. Ich weiß, dass das eventuell in vier bis fünf Wochen sein wird. Im Gegensatz zu Trump, der die Zahl 32m (über dem Meeresspiegel) für die Anzahl der Bewohner Südkoreas gehalten hat, weiß ich das sicher, dass ein so etwas wie ein Home-Test in Arbeit ist.

Machen wir uns nichts vor, in China brauchte es mehr als zwei Monate, um wieder zum Alltag zurückzukehren, ich gebe zu, dass ich ihre Fallzahlen in jeder Beziehung bezweifle. In Italien kämpfen sie schon seit über fünf Wochen und noch ist kein Ende in Sicht. Auch Spanien ist uns in der Zeit voraus, auch hier ist keine Entspannung zu sehen, in Italien steigt die Zahl der Neuinfizierten langsamer an, die der Toten flacht leider noch nicht signifikant ab. Wir sind wohl zwischen ein und zwei Wochen hinter Italien unterwegs, so die Warnung der Wissenschaftler. Bleiben wir wachsam und vorsichtig.

Nennen wir die Corona-Krise ab jetzt die Corona-Zeit. Klingt das nicht viel freundlicher? Es ändert natürlich nichts an ihrer miesen Seite, an der Zahl der Toten, an der Zahl der Schwererkrankten, an der Angst, die viele Menschen haben sich zu infizieren. Nein, daran ändert sich nicht, es klingt einfach nur freundlicher.

Da wäre ich dann bei dem Schweinehund. Dem inneren Schweinehund. Ich habe mich durchs Internet geblättert, wo er mir mannigfaltig begegnet ist. Wie viel von Eurer Diszipliniertheit habt ihr schon aufgegeben? Denjenigen, die ihre Wohnung auf Vordermann gebracht haben, sei gesagt, dass sie spätestens jetzt ihre ein bis fünf Kilo zunehmen werden. Die Überlegung, ob man duscht oder nicht, sich zurecht macht oder nicht sind Schweinehundfragen. Sie sollte man nicht von seinem Schweinehund abhängig machen, Letztere nicht, Erstere aber schon, weil ich das in einer Gemeinschaft dann doch etwas ekelhaft fände, wenn einer von mehreren in der Familie oder gar alle sich nicht mindestens ein Mal in einer Woche, besser drei – sieben Mal, duschen. Die gezeigten Bilder sprechen Bände. Man lässt sich einfach gehen. Man kann schon so allerhand lesen, wenn man durch das Internet zieht, leider auch das, was man nicht lesen möchte. Ich empfehle im Übrigen, ab und an auch mal bei Twitter vorbei zu schauen, mindestens aber dort zu lesen, unter @PolizeiBerlin_E twittert die Polizei Berlins in sehr netter Art und Weise. Weiter so, lachen ist auch in diesen Zeiten erlaubt.

Richten wir uns ein, bleiben dabei diszipliniert und bieten dem Schweinehund Paroli. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass der Ausnahmezustand noch eine Weile andauern wird. Dass jene, die ein Risiko haben, die letzten sein werden, die aus der häuslichen Gefangenschaft entlassen werden, spätestens mit dem Einsatz einer Impfung gegen das Virus. Ich bin bereit, diese App herunterzuladen, entgegen meiner Auffassung von Datenschutz und auch wenn ich nichts, das auch nur annähernd mit Gesundheit-Apps zu tun hat, aus gutem Grund, auf meinem Handy habe. Das ist eine andere Situation und wenn es vorbei ist, kann man sie wieder löschen.

Ich wünsche Euch eine gute Couch- und Schweinehundstrategie, um durch die Corona-Zeit zu kommen. Bleibt gesund! Passt auf Euch auf! Laßt es Euch gut gehen!